Polizei will Extremisten erschossen haben: Wurde Terroranschlag in Syrien vereitelt?

Leeres Gebäude bei Rundfunk-Zentrale als Terrorziel? Syriens Führung ließ unlängst Oppositionelle verhaften

Die syrischen Sicherheitskräfte haben nach eigenen Angaben in der Hauptstadt Damaskus einen geplanten Terroranschlag verhindert. Bei einem Schusswechsel direkt neben dem Gebäude des staatlichen Rundfunks wurden mindestens fünf Menschen getötet und vier verwundet, wie Rundfunk-Generaldirektor Fayez al-Sayegh mitteilte.

Vier Angreifer wurden demnach erschossen, von vier Festgenommenen seien zwei verwundet gewesen. Bei allen Beteiligten habe es sich um Syrer gehandelt, erklärte Sayegh. Auch ein Polizist wurde demzufolge getötet, zwei verwundet. Die staatliche syrische Nachrichtenagentur Sana meldete dagegen lediglich zwei getötete Verdächtige und drei Festnahmen.

Terroranschlag gegen Rundfunk?
Die Sicherheitskräfte hätten mit ihrem Einsatz eine geplante "terroristische Operation" verhindern können, die sich gegen ein unbewohntes Gebäude hinter dem Staatsrundfunks richten sollte, meldete Sana unter Berufung auf das syrische Innenministerium. Bei dem Einsatz sei auch ein Wächter getötet worden.

Warum das leere Gebäude angegriffen werden sollte, wurde nicht erklärt. Wie es hieß, war den Sicherheitskräften eine Gruppe von Extremisten aufgefallen, die dann gestellt wurde. Zu welcher Organisation sie gehörten, war unklar.

In Syrien aktiv ist die extremistische Organisation Jund al-Scham (Soldaten Großsyriens), deren Mitglieder sich schon wiederholt Feuergefechte mit syrischen Sicherheitskräften geliefert haben. Sie wurde in Afghanistan von syrischen, palästinensischen und jordanischen Extremisten gegründet und soll Verbindungen zum Führer des Terrornetzwerks Al-Kaida im Irak, dem Jordanier Abu Mussab al-Zarqawi, haben.

Syriens Präsident Bashar al-Assad hatte in den vergangenen Wochen zahlreiche prominente Oppositionelle festnehmen lassen, die Kritik an der Libanon-Politik seiner Regierung geübt hatten. Die staatlichen Medien berichten seit Monaten immer wieder über kleinere Gefechte zwischen der Polizei und "militanten Islamisten". Um was für eine Gruppe es sich genau handelt, blieb aber bisher unklar. (APA/red)