Polizei gelang Coup gegen Räuberbande! Juwelier-Überfall in Eisenstadt nun geklärt

Verdächtige verübten 60 Straftaten in ganz Europa Bei Hausdurchsuchungen Schusswaffen gefunden

Jene insgesamt sieben Männer, die in Österreich und Serbien in Zusammenhang mit einem Raubüberfall in Eisenstadt festgenommen worden waren, stehen im Verdacht etwa 60 Straftaten in ganz Europa verübt zu haben. Bei den Hausdurchsuchungen konnte eine Vielzahl an gefälschten Reisedokumenten sowie zwei Schusswaffen, eine beträchtliche Summe Bargeld und Einbruchswerkzeug sichergestellt werden, teilte Rainer Erhart, Leiter des Landeskriminalamts Burgenland bei einer Pressekonferenz in Eisenstadt mit.

Bei den in Serbien festgenommenen Verdächtigen handelt es sich um fünf Männer im Alter von 19 bis 24 Jahren. Unter ihnen dürften auch jene sein, die den Raubüberfall auf den Eisenstädter Juwelier verübten. Die in Wien Festgenommenen sind 35 und 47 Jahre alt, so Erhart. Von Serbien ausgehend dürften die Täter quer durch Europa zu schweren Straftaten gereist sein. Zum Verbleib der Raubbeute aus Eisenstadt - 64 Uhren im Gesamtwert über 400.000 Euro - werden noch weitere Ermittlungen durchgeführt.

Am 28. November des Vorjahres gegen 16.00 Uhr überfielen drei Unbekannte den Juwelier Hohensteiner in der Eisenstädter Fußgängerzone. Sie zerschlugen die Glasvitrinen und räumten diese leer. Auf der Flucht schossen sie einem der Angestellten ins Gesicht, als ihnen dieser folgte. Der damals 22-jährige Uhrmacher wurde schwer verletzt und ist seither ein Pflegefall. Wer den Schuss abgegeben hat, sei noch Gegenstand der Erhebungen.

Ein in Wampersdorf nahe der burgenländisch-niederösterreichischen Grenze sichergestelltes Fluchtfahrzeug war ein erster Anhaltspunkt für die Spurensuche. Untersuchungen über gestohlene Autos des gleichen Typs führten zudem zu einem Unfallwagen, in dem ein einziger Fingerabdruck sichergestellt wurde, so Erhart. In der Umgebung des sichergestellen Fluchtwagens fanden die Polizisten außerdem leere Uhrschatullen und Kleidungsstücke.

Auf Grund der Dimension der Tat wurde eine internationale Ermittlergruppe, eine so genanntes Joint Investigation Team, gegründet. "Zeitweise waren bis zu 20 Beamte des Landeskriminalamts für diesen Fall abgestellt, das bedeutet ein Viertel des Personalstandes", betonte Erhart. Mit Hilfe einer speziellen Software konnten international 44.600 Verknüpfungen hergestellt werden - ein leserlicher Ausdruck der Gesamtanalyse würde über 82.000 gedruckte A3-Seiten ergeben.

Bis Anklage erhoben wird, wird es noch etwas dauern, so Staatsanwalt Wolfgang Swoboda. Fest stehe, dass der Prozess vor einem Geschworenengericht stattfinde, erklärte Richter Karl Mitterhöfer vom Landesgericht Eisenstadt.
(APA/red)