Politische Krise in Honduras beendet: Parlament entscheidet über Präsidenten

Micheletti und Zelaya unterzeichneten Abkommen Staatschef per unblutigem Putsch im Juni gestürzt

Politische Krise in Honduras beendet: Parlament entscheidet über Präsidenten © Bild: APA/EPA/Salgado

Die politische Krise in Honduras ist nach vier Monaten beendet. Nach Angaben der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) unterzeichneten Interimspräsident Micheletti und der per unblutigem Putsch gestürzte Staatschef Zelaya in Tegucigalpa ein entsprechendes Abkommen. Das Parlament soll über eine Wiedereinsetzung des Ende Juni entmachteten Präsidenten Zelaya entscheiden.

Micheletti erklärte, er gebe mit Freude bekannt, dass er seine Unterhändler zur Unterzeichnung des Abkommens autorisiert habe, das den Anfang vom Ende der politischen Krise des Landes markiere. Das Abkommen beinhalte auch die "mögliche Wiederherstellung" der Amtsgewalt Zelayas. Micheletti sprach von einem "bedeutenden Zugeständnis". Die Entscheidung darüber liege aber weiterhin beim Verfassungsgericht und beim Kongress.

US-Außenministerin Hillary Clinton erklärte in Pakistan, die Krise in Honduras sei mit diesem "historischen Abkommen" zu Ende. Hochrangige US-Vermittler hatten sich zuletzt um eine Beilegung des seit Monaten anhaltenden Konflikts bemüht.

Zelaya war am 28. Juni gestürzt und außer Landes gebracht worden. Ihm wird von seinen Gegnern vorgeworfen, die Verfassung gebrochen und eine weitere unmittelbare Amtsperiode angestrebt zu haben, was nach der derzeitigen Gesetzeslage verboten ist. Vor einigen Wochen war Zelaya heimlich nach Honduras zurückgekehrt und hatte in der brasilianischen Botschaft Zuflucht gefunden.
(apa/red)