Politische Folge: Friedensprozess nach Madrider ETA-Anschlag für Spanien beendet

Regierung muss politischen Rückzieher machen

Nach dem Bombenanschlag der baskischen Untergrundorganisation ETA auf dem Madrider Flughafen hat die spanische Regierung den Friedensprozess im Baskenland für beendet erklärt. Innenminister Rubalcaba sagte: "Die ETA hat mit dem Anschlag den Friedensprozess gebrochen, zerstört und erledigt." Der Dialog sei offenkundig "beendet". Die Verantwortung dafür trage die ETA.

Die ETA hatte am Samstag eine Autobombe in einem Parkhaus am Flughafen von Madrid hochgehen lassen. 19 Menschen wurden leicht verletzt, zwei Vermisste sind vermutlich tot. Es war der erste ETA- Anschlag seit März 2006, als die baskische Untergrundorganisation eine Waffenruhe für "unbegrenzte" Zeit ausgerufen hatte.

Die sozialistische Regierung von Ministerpräsident Zapatero hatte auf Grund des Anschlags, bei dem auch riesige Schäden verursacht worden waren, alle Kontakte zur ETA abgebrochen. Der Innenminister rief die Parteien auf, im Kampf gegen den Terror eine gemeinsame Front zu bilden. Mit seiner Erklärung kam er indirekt einer Forderung der Opposition der Konservativen nach, die von Anfang an gegen Verhandlungen mit der ETA waren und nach dem Anschlag verlangt hatten, dass die Regierung ein Scheitern des Friedensprozesses eingestehe.

Die beiden Ecuadorianer, die am Samstag in ihren Autos in einem Parkhaus des Großflughafens Barajas von der Explosion überrascht worden waren, konnten bisher nicht aus den Trümmern geborgen werden. Die Bergungsmannschaften arbeiteten sich bis in die Zone vor, in denen sich die Fahrzeuge der Opfer befunden hatten.

Experten der Versicherungsbranche bezifferten den Schaden des Bombenanschlags auf über zehn Millionen Euro. Durch die Wucht der Explosion waren mehrere Parkdecks eingestürzt. Über 1.000 Autos wurden zerstört oder beschädigt.

(apa/red)