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Vorsicht vor den Nebelgranaten

Kurt Kuch über die Folgen des U-Ausschusses

Politik - Vorsicht vor den Nebelgranaten © Bild: NEWS

Der Untersuchungsausschuss zu den Politskandalen naht. Das hat heikle Folgen: Beispielsweise muss die Justiz jene Akten anliefern, die bisher noch nicht einmal die Beschuldigten bei der Akteneinsicht zu sehen bekommen haben. Mutmaßlich sind das die Protokolle der halbjährigen Telefonüberwachung Karl-Heinz Grassers, mit Sicherheit sind auch die gesammelten Aussagen des Kronzeugen in der Telekom-Affäre, Gernot Schieszler, dabei. Es kommt also eine geballte Ladung Polit-Sprengstoff auf den Tisch.

Für gewiefte Köpfe unter den Betroffenen ist ausgerechnet die Dichte des Materials, das da nun daherkommt, eine Jahrhundertchance. Die Devise heißt: Kopf einziehen, möglichst viele Nebendarsteller anschütten (frei nach dem Motto "Alle waren dabei") und frühzeitig dafür sorgen, dass die herannahenden Affären den richtigen "Spin" bekommen (nämlich weg von der eigenen Verantwortung). Nur dann hat man als Beschuldigter eine realistische Chance, nicht selbst im Fokus zu stehen. Dazu kommt die berechtigte Hoffnung der Täter, dass die Österreicher nach kürzester Zeit genug vom Skandalsumpf haben und sich mit Ekel abwenden (Motto: "Alles Verbrecher").

Wenn diese Strategie aufgeht - und dafür spricht einiges- , wird sich in Österreich jedoch nichts ändern. Leider.