"Politik niemals langweilig": Renault-Boss Briatore schon bald in italienischer Politik?

F1-Zampano will gegen hohe Steuern vorgehen

Der Teamchef des Formel 1-Rennstalls Renault, Flavio Briatore, erwägt den Einstieg in die Politik. "Ich kümmere mich um die Formel 1, doch wenn ich für Italien einen Beitrag leisten könnte, vielleicht durch die Politik, würde ich mich nicht zurückziehen. Man sagt, dass man sich in der Politik niemals langweilt. Vielleicht könnten wir in ein oder zwei Jahren darüber sprechen", sagte Briatore nach Angaben italienischer Medien.

Der als Lebemann bekannte Formel 1-Manager - der u.a. Weltmeister Fernando Alonso entdeckte und zeitweise mit den Supermodels Naomi Campbell und dann Heidi Klum war - kritisierte die italienische Führungselite, die "schwach und veraltert" sei. "Im Durchschnitt gibt es in Italien keine Politiker um die 40 Jahre", meinte der Unternehmer. Unklar ist, welchem politischen Block Briatore angehören wolle. "Ich bin weder links noch rechts", erklärte der 1950 geborene Norditaliener, der jedoch die Steuerpolitik der Regierung Prodi scharf kritisierte.

"Es ist illegal, einen Steuerdruck von 45 bzw. 50 Prozent zu haben. Wenn ich in Italien leben würde, würde ich versuchen, weniger Steuern zu zahlen, statt Pleite zu gehen und meine Mitarbeiter zu kündigen", sagte Briatore. Ein gerechtes Steuersystem sei jenes Großbritanniens, wo es keine Steuerhinterziehung gäbe. Dort sei der Steuersatz von 30 Prozent gerecht.

"Steuerhinterziehung ist ungerecht, die Leute tun es aber, weil die Gesetze einen erdrosseln", sagte Briatore. Die Regierung Prodi, die eine scharfe Kampagne gegen die Steuerhinterziehung gestartet hat und die Kategorie mit einem Jahreseinkommen von über 70.000 Euro stärker als bisher besteuern will, kritisierte der Unternehmer scharf. Er sprach von einer "Gewalt gegen die Reichen". "Man will die Reichen kriminalisieren, die ein Beispiel für die Jugend sein sollten", so Briatore.

(apa/red)