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Ein "Ausgleich" für die Griechen

Sparen ohne Reformen ist zu wenig

Die griechische Wirtschaft. © Bild: imago/Christian Ohde

Hannes Androsch ist bekanntlich kein „Linker“ und schon gar kein Sozialromantiker. Aber Österreichs – neben Didi Mateschitz – erfolgreichster Investor fordert nun einen Schuldenschnitt für Griechenland.

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Dem Land solle man zwei Drittel der riesigen Schuldenlast erlassen, freilich parallel zur Erfüllung struktureller Reformen. Zum Aufbau eines effektiven Steuersystems. Für Investitionen in Bildung. Zur Bekämpfung der Korruption. Zum Abbau des grotesk großen Heeres, das längst seine Funktion (gegen den türkischen „Erzfeind“) verloren hat.

Die Griechen haben schon einiges getan, ihr Budget ist ausgeglichen. Aber die Staatsschuld ist durch Zinszahlungen weiter explodiert, die Wirtschaft um 25 Prozent geschrumpft. Die soziale Ungleichheit wurde noch größer: Während die Löhne der Arbeitnehmer um 30 (!) Prozent abnahmen, Spitäler und Schulen fast kaputt gespart sind, verbirgt eine schmale Schicht von Superreichen ihre Millionen im In- und Ausland.

Ein Großteil der bisherigen Hilfsgelder floss in den Finanzsektor, von dort kaum weiter. Hellas braucht bessere Hilfe zur Selbsthilfe, mindestens durch eine Streckung der Rückzahlungsfristen. Oder gleich durch einen „Ausgleich“. Da sehen die Gläubiger wenigstens einen Teil ihres Geldes zurück. Die Alternative: gar nix durch Grexit.

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