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Handwerker sind wieder gefragt!

Hubert Wachter über personelle Effekte der EU-Wahl

Hubert Wachter © Bild: NEWS/Herrgott Ricardo

Showeffekte allein sind in der Politik am Ende des Tages nicht unbedingt zielführend. Besonders nicht in krisenbehafteter Zeit. Die EU-Parlamentswahlen zeigen das – zumindest aus heimischer Sicht. Dass Othmar Karas als Erster durchs Ziel ging, ist seiner Europa- Kompetenz samt Hartnäckigkeit im Diskurs (oft auch im Hader mit seiner ÖVP) und seinem Fleiß zuzuschreiben.

Das gilt am anderen Ende des Politikspektrums auch für Ulrike Lunacek, die Grüne. Beide vermitteln seit Jahren authentisch und glaubwürdig, das zu meinen, was sie politisch verkünden. Hingegen, spektakuläre Quereinsteiger sind offenbar nicht mehr wirklich „das Gelbe vom Ei”: Anfängliche Patzer von Eugen Freund taten der SPÖ nicht unbedingt gut, und Angelika Mlinar (Neos) ertrank fast im Wasser. So wie in jüngerer Vergangenheit auch Andrea Kdolsky, Beatrix Karl oder Claudia Bandion-Ortner nur auf sehr begrenzte Zeit Ministerinnen-Ehren genossen. Dass fachlich fitte Quereinsteiger wie einst Alexander Van der Bellen (Grüne) oder Karl-Heinz Töchterle (ÖVP) von den eigenen Polit-Familien „entsorgt” wurden, ist ein anderes Kapitel. Einer der wichtigen Aspekte dieser EU-Wahl scheint zu sein, dass in der Politik wieder erfahrene, kompetente „Handwerker” bei den Wählern gefragt zu sein scheinen: integer, mit klaren Positionen und Authentizität.

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