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Griechenland: Wer hat hier das Sagen?

Kurt Kuch über die Macht der Ratingagenturen

Politik - Griechenland: Wer hat hier das Sagen? © Bild: NEWS

Die großen (amerikanischen) Ratingagenturen stehen in der Kritik der europäischen Politik. Die Drohung der mit oligarchischer Macht ausgestatteten Agenturen, eine Beteiligung von Banken am Griechenland-Paket als "Kreditausfall" zu bewerten, sitzt.

Denn die Folgen eines "Selective default"-Ratings für griechische Anleihen wären geeignet, einen Rattenschwanz an Dominoeffekten auszulösen: Die beteiligten Banken müssten ihre Griechenlandpapiere abschreiben, die Kosten für die Kreditausfallsversicherungen explodieren, die Refinanzierungskosten Griechenlands ebenso.

Als Antwort auf das aggressive Vorgehen der privaten und gewinnorientierten US-Agenturen, die mit ihren falschen Top-Ratings einst die US-Subprime-Krise (der zwangsläufig unsere Bankenkrise folgte) ungestraft befeuert haben, will Europas Politik jetzt ihre eigene Ratingagentur aufbauen. Die Hoffnung: Unabhängigkeit von den privaten US-Agenturen. Das klingt zumindest gut, schließlich ist niemand gerne der Fremdbestimmung ausgeliefert. Weniger gut klingt jedoch, dass Europas Politik selbst bestimmen will, wie ein Kreditausfall zu definieren ist. Das klingt leider sehr stark nach "Greek statistics" und somit nach einer Wahl zwischen Pest und Cholera.