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Die verzockte Glaubwürdigkeit

Kurt Kuch über akute Probleme der Sozialdemokratie

Kommentarfoto Kurt Kuch NEWS © Bild: NEWS/Stögmüller Katharina

Manchmal fehlen mir die Worte. Beispielsweise, wenn ich die Akten der Korruptionsstaatsanwaltschaft zur Finanzaffäre in Salzburg lese. Wenn ganz trocken festgehalten wird, wie mit den Konsequenzen der Finanzkrise 2008 umgegangen wurde. Wenn man die Hilflosigkeit der involvierten Beamten und Politiker förmlich greifen kann. Wenn ganz klar wird, dass kein Argument, keine Ausrede, keine PR-Strategie hilft.

Wenn man beim Zocken verliert, ist Schluss mit lustig. Gleich ob im Casino oder an der Börse. Eine der Kernbotschaften der Sozialdemokratie lautet: Schluss mit der Zockerei, die entfesselte Finanzwirtschaft braucht Zügel. Strenge Regeln müssen her, eine Finanztransaktionssteuer und, und, und …

Und dann verzockt sich ein sozialdemokratisch regiertes Bundesland. Das trifft eine ganze Bewegung im Kern. Und zwar nicht nur in Salzburg. Da hilft es auch nicht, schönfärberisch von „Optimierungs-“ oder „Absicherungsgeschäften“ und ähnlichem Strukturvertriebler- Kauderwelsch zu sprechen. Das Wort für diese riskanten Finanzgeschäfte heißt schlicht „Spekulation“. Der Einsatz beim Zocken ist nicht nur Geld. Es ist die eigene Glaubwürdigkeit, mit der man „all in“ geht, wenn man zugleich die Spekulation anprangert. Preisfrage: War’s das wirklich wert?

Kommentare

Oliver-Berg

Interessant ist die Liste der Beteiligten:
LH Gabi Burgstaller (SPÖ) spielt die Ahnungslose.
Ex-LR David Brenner (SPÖ) ist wenigstens auf Druck zurückgetreten.
LH-Stv. Haslauer wollte Referatsleiterin (Partei nicht bekannt) befördern. LR Eisl (ÖVP) hielt Referatsleiterin für Fachfrau und Paulus (direkter Vorgesetzter) wusste alles aber zeigte sich ahnungslos.
Eine Provinzposse 1. Güte.

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