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Es kommt nichts Besseres nach...

Kurt Kuch über den Zustand unserer Innenpolitik

Politik - Es kommt nichts Besseres nach... © Bild: NEWS

Der derzeitige Zustand unserer Innenpolitik ist besorgniserregend: Ein Korruptionsfall jagt den anderen; die Parteien und ihre Spitzenvertreter sind fast ausschließlich mit sich selbst beschäftigt; wer auch immer eine „neue“ Partei gründen will, hat gute Chancen, ins Parlament gewählt zu werden; das Vertrauen in einstige Instanzen wie die Justiz ist dramatisch gesunken – und medial wahrgenommen werden nur mehr verhaltensoriginelle Polterer, die anderswo längst zurückgetreten worden wären. Stichwort: „A klane Tätschen schadet nicht.“

Abgesehen davon, dass es bei uns keine Mafiamorde gibt, ähnelt das dem Italien der frühen 90er. Damals implodierten die Sozial- und Christdemokraten im Korruptionschaos. Es kam die Zeit der neuen Parteien, des Aufstiegs der Marktschreier à la Umberto Bossi, selbst Pornosternchen Cicciolina wurde ins Parlament gewählt.

Einzig: Was hat es gebracht? Auf Rot und Schwarz folgten zwei Blöcke links und rechts der Mitte, die die extremen Ränder integrierten. Unter Silvio Berlusconi trieb die Korruption neue Blüten, Faschisten wurden Minister, „Aufräumer“ Bossi versank selbst im Korruptionssumpf.

In diesem Sinne ist zu hoffen, dass unsere etablierten Parteien zur Vernunft kommen und noch die Kurve kratzen. Denn offensichtlich kommt nichts Besseres nach.

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