Polit-Rabauke Topolanek schlägt wieder zu:
Tschechischer Premier zeigt "Stinkefinger"

Reaktion auf Beschwerde von Oppositionsparteien Medien: "In Hütte mit Fleischhauer-Hund erzogen"

Nach einer obszönen Geste im Parlament sieht sich der tschechische Premier und Chef der konservativen Demokratischen Bürgerpartei (ODS), Topolanek, scharfer Kritik von Seiten der Medien ausgesetzt. Dass er Oppositionsabgeordneten den "Stinkefinger" zeigte, sei eine "sehr beleidigende Geste", schreibt etwa die Tageszeitung "Mlada fronta Dnes".

Die Zeitung verweist darauf, dass der Fußballspieler Tomas Repka von Sparta Prag Zuschauern einst den erhobenen Mittelfinger zeigte und dafür mit einer Geldbuße in Höhe von 80.000 Kronen (2.857 Euro) bestraft wurde. "Dieselbe vulgäre Geste hat Premier Topolanek gestern im Abgeordnetenhaus gegenüber seinen linken Gegnern gemacht - und es hat ihn nur eine Entschuldigung gekostet", schreibt das Blatt.

Diesem Zusammenhang erinnerte die Zeitung auch an frühere Erklärungen Toplaneks. So hatte er etwa die EU-Verfassung mit dem englischen Ausdruck "shit" bezeichnet und vor der Parlamentswahl über eine "Nacht der langen Messer" gesprochen, in Anspielung auf die von ihm geforderten personellen Änderungen im Staatsapparat. In der so genannten "Nacht der langen Messer" hatte Adolf Hitler im Juni 1934 missliebige Personen aus seiner Partei ermorden lassen.

"Topolanek hat sich immer durch einen einigermaßen kernigen Wortschatz ausgezeichnet, der seinem Image eines biederen walachischen Knappen treu bleibt", meinte die Zeitung "Lidove noviny" in Anspielung auf die Herkunft Toponaleks aus der Mährischen Walachei.

Topolanek hatte den Oppositionspolitikern im Parlament den "Stinkefinger" gezeigt, weil diese sich über die Abwesenheit der Regierungsmitglieder bei der derzeitigen Unterhaus-Sitzung beschwert hatten. Auf Forderung der Opposition hatte er sich anschließend entschuldigt.

(apa)