"Polit-Interventionen sind überhörbar":
ORF-Generaldirektor im Interview mit NEWS

Wrabetz über seine Reform: "Komplette Erneuerung" PLUS: Alle Informationen zum neuen ORF-Programm

"Polit-Interventionen sind überhörbar":
ORF-Generaldirektor im Interview mit NEWS

Der ORF steht vor der größten Neuerungswelle der letzten Jahre. Im NEWS-Interview spricht ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz über seine Programmreform, Unvereinbarkeiten und politischen Druck.

NEWS: Am 10. April startet die große ORF-Programmreform. Was können die Zuschauer erwarten?

Wrabetz: Eine komplette Erneuerung mit einem Ausbau der Information. Einerseits werden bestehende Formate wie "Zeit im Bild 1" und "Zeit im Bild 2" reformiert, andererseits kommen neue Informationssendungen, wie die "ZiB 20", "ZiB 24" und "Heute in Österreich" dazu. Zudem wird es eine stärkere Profilierung von ORF 1 geben, mit einem Ausbau der Eigenproduktionen, sowohl im Nachrichten- als auch im Unterhaltungsbereich.

NEWS: Sie kündigen einen Ausbau der Information an, aber gleichzeitig haben Sie die Durchschaltung der "ZiB 1" abgeschafft. Setzen Sie da nicht eher auf Infotainment?

Wrabetz: Nein, überhaupt nicht, denn die "Zeit im Bild 1" bleibt ja das Mutterschiff aller Informationssendungen. ORF 1 bekommt nun zusätzliche Informationssendungen, ein eigenständiges Informationsprofil, das es bisher nicht hatte.

NEWS: Sie hatten zu Ihrem Amtsantritt angekündigt, den "Club 2" reaktivieren zu wollen. Daraus ist nun nichts geworden.

Wrabetz: Ich hatte Neuerungen im Bereich der Gesprächssendungen angekündigt. Aber es wäre absurd gewesen, den "Club 2" eins zu eins wiederauferstehen zu lassen. Eine Ikone aus dem Kammerl zu holen und mit Gewalt wieder zu aktivieren kann auch sehr schief gehen, Das hatte ich auch nie geplant. Es war nur als Arbeitstitel gemeint. Ich habe mich lieber für ein sehr gewagtes Konzept entschieden, eine Gesprächssendung, die Programmdirektor Lorenz und sein Team entwickeln. Das ist eine im deutschsprachigen Raum vollkommen neuartige Form einer Talksendung. Hätte ich wirklich wieder den "Club 2" reanimiert, hätten Sie mir doch vorgeworfen, dass dem ORF nichts Neues einfällt. Wir setzen lieber auf Innovationen. Das ist das Risiko wert.

NEWS: Als ORF-General ist man häufig mit politischen Interventionen konfrontiert. Wie oft läutet Ihr Telefon?

Wrabetz: Das ist sehr überschaubar, eigentlich überhörbar. Ich glaube, nun überwiegt die Einstellung, man solle den ORF journalistisch arbeiten lassen. Das war ja immer mein deklariertes Ziel. Und das wird respektiert. Ich muss den Journalisten den Rücken freihalten. Es kann nur so gehen. Natürlich wird es dann und wann immer Beschwerden geben, aber das halte ich schon aus.

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