"Pohl-Position": Die Debatte über unsere Lehrer treibt mittlerweile absurde Blüten

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"Pohl-Position": Die Debatte über unsere Lehrer treibt mittlerweile absurde Blüten © Bild: NEWS/ Ricardo Hergott

An dieser Stelle zunächst einmal eine Entschuldigung gegenüber unseren Lesern: Rechts von dieser Kolumne finden Sie 14 Statements zu einem einzigen Thema – dem Streit um die Erhöhung der Wochenstundenzahl für heimische Lehrer. Insgesamt aber sind seit dem Ausbruch der Debatte rund 400 (!) Mails und Postings in der Chefredaktion, bei den VerfasserInnen der vorwöchigen Titelgeschichte und als Postings bei www.news.at reingerasselt. Das ist viel. Verdammt viel. Selbst gemessen daran, dass es sich hier um ein klassisches „Reizthema“ handelt.

Vor allen SchreiberInnen, die ihren Beitrag auf dieser Seite nicht wiederfinden, beuge ich mein Haupt in Demut: Eine NEWS-Doppelseite hat das Format 41 x 28 Zentimeter, mehr an Text geht einfach nicht. Aber bitte schön, versprochen: Unsere liebe Chefsekretärin Margot Wolf hat alle E-Mails gespeichert und, ausgedruckt, in einer fetten Mappe gesammelt. Wir werden uns redlich bemühen, sie in den nächsten Wochen abzuarbeiten.
Allein die Flut von Mailings an meine persönliche Adresse hat am Montag dieser Erscheinungswoche dazu geführt, dass der Systemadministrator im Stundentakt Alarm schlagen musste: „Ihr Postfach hat die maximal zulässige Größe überschritten.“

Jetzt aber zurück zum eigentlichen Thema. Und zu einem Lüftchen in diesem großen Wirbelsturm, welches mir der Wind der Konspiration zugetragen hat. In einer Wiener „Kooperativen Mittelschule“ hat sich ein Lehrer unmissverständlich dafür ausgesprochen, dass Ministerin Schmieds Vorschlag wohl schon diskussionswürdig wäre. Zwei Stunden mehr, eingebettet in einen flächigen Unterricht ohne das Korsett der 50-Minuten-Einheiten, könnten doch nicht den Untergang der Pädagogie bedeuten, meinte er frech.
Mehr hat der gute Mann nicht gebraucht: Fast alle Kollegen an seiner Schule mauschelten in den Gängen gegen den bis dahin durchaus anerkannten Pädagogen. Und der Direktor eines Bildungshauses gleichen Schultyps legte ihm per Telefonat ins Lehrerzimmer gar einen Berufswechsel nahe: „Machen S’ doch was anderes.“ Motto: Wer nicht für uns ist, ist gegen uns.
Auch das ist eine der bitteren Realitäten des derzeitigen Disputs: „Gangsta’s Paradise“ im Lehrkörper, und gekämpft wird mit allen Mitteln der pädagogischen Kriegsführung. Eigentlich auch schade …