Pöck schaffte als Verteidiger den Durch-
bruch: 25-Jähriger begann als Stürmer

Auf Uni Massachusetts zu Verteidiger umfunktioniert Österreicher jetzt mit Rangers in 2. Playoff-Runde

Pöck schaffte als Verteidiger den Durch-
bruch: 25-Jähriger begann als Stürmer

Thomas Pöck hält Eishockey-Superstars wie Jaromir Jagr und Brendan Shanahan im legendären Madison Square Garden den Rücken frei. Dabei war Pöck einst selbst Stürmer. Ein guter, aber kein außergewöhnlicher. Auf der Universität von Massachusetts-Amherst wurde der Kärntner daher zum Verteidiger umfunktioniert. Es sollte sich bezahlt machen. Pöck schaffte 2003 den Sprung in die NHL zum Glamourklub New York Rangers, mit dem der 25-Jährige (geb. 2.12.1981) den Aufstieg in die zweite Playoff-Runde schaffte.

Thomas Pöck hat Eishockey im Blut. Vater Herbert war lange Jahre einer der besten österreichischen Stürmer und von 2002 bis 2005 ÖEHV-Teamchef. Tommy wuchs ebenfalls als Torjäger beim österreichischen Rekordmeister KAC auf und schaffte bei den Klagenfurtern den Sprung in die Kampfmannschaft, bevor er im Jahr 2000 nach Nordamerika wechselte. Bill Gilligan, Ex-Meistertrainer von Pöck sen. beim KAC und dann Assistent in Amherst, ebnete dem Talent den Weg nach Massachusetts.

Nach einem Jahr als Stürmer erfolgte der Wechsel auf die Verteidiger-Position. "Wir hatten hinten Probleme, der Trainer hat mich gefragt ob ich Lust habe, hinten zu spielen. Die ersten Partien als Verteidiger waren hart, dann habe ich mich schön langsam an die Position gewöhnt. Danach habe ich gefragt, ob ich bleiben kann. Als Stürmer hätte ich keine Chance auf die NHL gehabt, als Verteidiger vielleicht", sagte Pöck. Im Draft für die NHL fand er dennoch keine Berücksichtigung, es sollte sich nicht als Nachteil heraus stellen, war er doch damit an keinen Klub gebunden.

Schneller Wechsel zu Profis
Pöck blühte als Verteidiger in der US-College-League auf. In der Saison 2003/04 war er als Kapitän mit 16 Toren und 25 Assists in 37 Spielen der punktbeste Abwehrspieler der gesamten Liga, wurde ins All-Star-Team von Hockey East gewählt und war einer von zehn Kandidaten für den Hobey-Baker-Award für den besten Spieler. Die Scouts hatten den Kärntner längst auf ihren Listen, der Wechsel zu den Profis ging aber blitzschnell.

Am 23. März wurde er von einem Freund in drei Stunden von Amherst nach New York gebracht, unterschrieb einen Zweijahres-Vertrag bei den Rangers, zog sich gleich um und lief wenig später im Madison Square Garden von New York ein. Das Debüt des dritten Österreichers in der NHL nach Reinhard Divis und Christoph Brandner verlief sensationell. Pöck erzielte vor 17.900 Zuschauern bei der 2:5-Niederlage gegen die Pittsburgh Penguins ein Tor. Nach zwei Toren und zwei Assists in sechs Spielen hieß es zunächst aber, den beschwerlichen Weg über das Farmteam zu gehen.

50 Mal für Hartford
In der "lockout"-Saison 2004/05 (keine NHL-Spiele) kam er für Hartford Wolf Pack in der AHL auf 50 Spiele, auch die folgende Saison verbrachte er hauptsächlich in Hartford. Nur bei Ausfällen wurde er nach New York beordert, achtmal kam er für die Rangers zum Einsatz.

Das Pendler-Dasein fand erst in der laufenden Saison ein Ende. Pöck war zunächst aber nur unregelmäßig im Einsatz, doch der Kärntner schaffte den Durchbruch. Seit Mitte Februar stand er bei jedem Rangers-Spiel seinen Mann, insgesamt hält er mittlerweile bei 62 NHL-Spielen und damit den zweitmeisten NHL-Einsätzen eines Österreichers nach Thomas Vanek (Buffalo Sabres). Nach vier Playoff-Spielen und vier Siegen hat er drei Assists verbucht.

Die New York Rangers und Cheftrainer Tom Renney scheinen jedenfalls zufrieden zu sein mit dem Österreicher. Pöck verlängerte erst kürzlich und unterschrieb einen weiteren Zweijahres-Vertrag bei den Rangers.

(apa/red)