Pöck ließ auf der Tribüne mächtig Dampf
ab: Verteidiger durfte bei Rangers nicht ran

Nach Pleite: "So bringt der Jagr auch nix zusammen" Österreicher-Duell nach Roszival-Verletzung möglich

Im Schatten der Galanacht von Thomas Vanek fristete der zweite Österreicher in der NHL, New-York-Rangers-Verteidiger Thomas Pöck, zum Auftakt des Eastern-Conference-Semifinales ein Reservistendasein. Der Kärntner wurde von Headcoach Tom Renney vor Spiel 1 gegen Vanek und die Buffalo Sabres aus dem Kader genommen. Für Pöck, der seit Wochen beständig gute Leistungen gebracht hatte, rutschte Karel Rachunek in den "Roster" der Rangers. Der tschechische Verteidiger hatte zuletzt wegen einer Seitenbandverletzung im Knie rund sechs Wochen pausieren müssen.

Im Gespräch mit der APA ließ der 25-Jährige auf der Pressetribüne der HSBC-Arena Dampf ab, gab die Hoffnung auf einen weiteren Einsatz im laufenden Playoff aber noch lange nicht auf. Genährt wurde diese Hoffnung dann durch einen Umstand, den Pöck ganz sicher nicht herbeigesehnt hatte.

Rangers-Verteidiger Michal Rozsival zog sich früh im zweiten Drittel eine noch nicht näher bestimmte Beinverletzung zu und kehrte nicht mehr in die Partie zurück. Das verhinderte erste Österreicher-Duell im NHL-Playoff könnte daher in Spiel zwei Realität werden.

"Natürlich bin ich angefressen"
Vorerst hieß es für Pöck allerdings in der ungeliebten Zuschauerrolle gute Miene zum bösen Spiel zu machen. "Gesagt hat es mit der Trainer am Vorabend, aber ich habe schon damit gerechnet. Er (Renney/Anm.) hat mich schon die ganze Saison bei der ersten Gelegenheit rausgenommen", berichtete der ÖEHV-Teamspieler und gab zu: "Natürlich bin ich angefressen. Wäre ich das nicht, sollte ich etwas anderes machen. Ich kann jetzt nur weiter arbeiten und auch meine kommenden Chancen nutzen."

Eigentlich hatte Pöck die gebotene Chance nach harten Monaten als siebenter Verteidiger ja schon genutzt. Seit Mitte Februar hatte der gelernte Stürmer, der erst in Nordamerika zum Defensivmann umfunktioniert wurde, alle Rangers-Partien bestritten.

Mit soliden Leistungen und auch gelegentlichen Torerfolgen trug der Wahl-New Yorker mit Klagenfurter Wurzeln das Seine zur beeindruckenden Serie der "Blueshirts" seit dem 27. Februar (17 Siege, 3 Niederlagen, 4 Overtime-Niederlagen) bei, die den Rangers schließlich noch den sechsten Playoff-Platz im Osten gesichert hatte.

"So bringt der Jagr auch nix zusammen"
"Ich kann mir absolut nichts vorwerfen, daher bin ich mit der Saison auch sehr zufrieden. Der Trainer hat mir jetzt ja auch gesagt, dass er sehr zufrieden mit mir ist und dass ich meine Aufgabe gut erfüllt habe. Aber dann muss er mich halt auch einmal spielen lassen", meinte Pöck und fand einen bemerkenswerten Vergleich: "Wenn er dieses Hin und Her mit dem Jagr (Tschechischer Rangers-Superstar/Anm.) macht, bringt der auch nix zusammen. So ist es unmöglich, auf Knopfdruck Herausragendes zu zeigen. Man muss spielen."

Nun hofft Pöck natürlich in jedem Fall auf Rangers-Erfolge gegen die favorisierten Sabres, denn die Serie ist trotz der Auftaktniederlage und dem 0:1-Rückstand noch lange. Und so blickt der vorübergehend Ausgemusterte auch schon wieder in die Zukunft: "Wer weiß, was sich in den Playoffs heuer noch ergibt."

(apa/red)