Pleitewelle nimmt wieder an Fahrt zu: Keine Entspannung bei Firmeninsolvenzen

Weitere Explosion bei Privatkonkursen mit 13 Prozent Hoher Ölpreis und schwacher Dollar verantwortlich

Pleitewelle nimmt wieder an Fahrt zu: Keine Entspannung bei Firmeninsolvenzen © Bild: APA/Markus Leodolter

Die Pleitewelle bei Österreichs Unternehmen beginnt wieder zu rollen: Die Privatkonkurse kletterten im Jahresvergleich wieder zweistellig um fast 13 Prozent. Doch auch die Firmeninsolvenzen drohen wieder zu steigen. "Wir müssen froh sein, wenn die Firmenpleiten Ende des Jahres gegenüber 2007 nicht gestiegen sind," so ein Insolvenzexperte im Kreditschutzverband von 1870 (KSV), Hans-Georg Kantner.

2008 wird keine Entspannung bei den Firmeninsolvenzen bringen, ist Kantner überzeugt. Ursachen sind der hohe Ölpreis und die Dollarschwäche. Darüber hinaus habe die USA-Subprime-Krise die Finanzierungsfreudigkeit der Banken gedämpft, so Kantner.

Knick nach oben
Im Detail gingen die Unternehmenspleiten insgesamt im Halbjahr im Jahresvergleich um 5,3 Prozent auf 3.136 Fälle zurück. Der Rückgang sei jedoch auf die noch günstige Entwicklung im ersten Quartal zurückzuführen. Danach habe es einen "deutlichen Knick" nach oben gegeben. Die eröffneten Verfahren stiegen im Berichtszeitraum um 4,4 Prozent auf 1.616 Fälle, die mangels Masse abgewiesenen Konkursanträge sanken um 13,8 Prozent auf 1.520 Fälle.

Die größten Fälle waren bis jetzt der Konkurs der Biodiesel Enns mit 46,4 Mio. Euro Passiva, gefolgt von den Konkursen der AST Baugesellschaft mit 41 Mio. Euro. Die meisten Pleiten gab es im Halbjahr in Wien (976 Fälle), vor Niederösterreich (516) und der Steiermark (416). Nach Branchen waren vor allem die Bauwirtschaft (532 Fälle/189,4 Mio. Euro Passiva) und unternehmensbezogene Dienstleistungen (521 Fälle/243,5 Mio.) betroffen.

Privatkonkurse
Die Privatkonkurse kletterten im Halbjahr ungebremst weiter und nahmen im Jahresvergleich um insgesamt 12,7 Prozent auf 4.913 Fälle zu. Die eröffneten Verfahren stiegen um 17,9 Prozent auf 4.331 Fälle. Die meisten Privatkonkurse oder Schuldenregulierungsverfahren gab es unverändert mit 1.757 Fälle in Wien. (apa/red)