Pleitegeier nicht im Landeanflug? Wiener Gebietskrankenkasse aus dem Schneider

"Allergrößter Notfall" laut WGKK vorerst abgewendet Hauptverband der Sozialversicherungsträger hilft

Pleitegeier nicht im Landeanflug? Wiener Gebietskrankenkasse aus dem Schneider © Bild: APA/Techt

Bei der Wiener Gebietskrankenkasse ist eine drohende Insolvenz vorerst abgewendet worden. Der Hauptverband stundet der Kasse bis längstens Ende September des kommenden Jahres 33 Mio. Euro. Konkret geht es dabei um einen Teil der Zahlungen, den die Krankenkasse an die Spitäler zu leisten hat. Damit sei der "allergrößte Notfall" abgewendet, bestätigte WGKK-Pressesprecher Jan Pazourek gegenüber der APA. Von einer Entspannung oder Konsolidierung könne aber keine Rede sein.

Die Zahlungen aller Kassen an die Spitäler werden zunächst beim Hauptverband der Sozialversicherungsträger gesammelt, dieser leitet die Gelder dann an die Landesfonds weiter, so berichtet das Ö1-"Morgenjournal". Im Jänner muss die WGKK eine Teilzahlung in der Höhe von rund 90 Mio. Euro leisten. Ein Teil davon - eben jene 33 Mio. Euro - stundet der Hauptverband, den Rest kann die Kasse laut Pazourek selbst aufbringen. Die Zahlungen des Hauptverbands an die Landesfonds erfolgen aber zur Gänze, hieß es.

Der Aufschub bedeute, dass man im Jahr 2008 alle Zahlungen zur Fälligkeit leisten wird können. Man müsse aber "natürlich weiterhin Fremdmittel aufnehmen". Von einer Lösung des Finanzproblems der Gebietskrankenkassen insgesamt wollte Pazourek keinesfalls sprechen.

"Unerträgliches Herumwurschteln"
Die Stundung der WGKK-Zahlungen durch den Hauptverband ist für die Wiener Ärztekammer keine Lösung. Das Problem werde dadurch nur vertagt, kritisierte Kammer-Vizepräsident Johannes Steinhart. Die Vorgangsweise des Hauptverbandes sei nur ein "unerträgliches Herumwurschteln", so Steinhart in einer Aussendung.

Insbesondere für die Wiener Ärzte und deren Patienten würde eine Stundung nichts ändern. "Immerhin droht in Wien der vertragslose Zustand, auf den wir ohne konstruktive Lösungen geradewegs zusteuern", so Steinhart. Mit einer Stundung habe man die falsche Lösung gewählt.

(apa)