Platter lenkt bei Kommissionskritik ein: Auch externe Experten sind nun mit dabei

Kampusch: Evaluisierungskommission wird erweitert Juristen Reindl-Krauskopf & Rzeszut wurden gefragt<br>Plus: news.at-Exklusivinterview mit Kampusch-Anwalt

Platter lenkt bei Kommissionskritik ein: Auch externe Experten sind nun mit dabei © Bild: APA/Zinner

Innenminister Günther Platter hat in der "Zeit im Bild 2" eine Erweiterung der von ihm am Vortag angekündigten Evaluierungskommission zum Fall Natascha Kampusch angekündigt. Neben den bisher genannten Personen sollen der Kommission auch externe Experten angehören. Zuvor hatte es Kritik an der Zusammensetzung der Evaluierungskommission gegeben.

Platter wird nun die Kommission um Susanne Reindl-Krauskopf vom Institut für Strafrecht und den ehemaligen Präsidenten des obersten Gerichtshofes, Johann Rzeszut, ergänzen. Er habe von Beginn an gesagt, dass man interne, aber auch externe Leute brauche, weil er wolle hier ganz klare Offenheit haben, "damit alles aufgeklärt wird", erklärte er in der ZIB 2 Die Kritik des Grünen Sicherheitssprechers Peter Pilz will Platter nicht gelten lassen: Dies sei immer wieder das "gleiche Getöse", Vogl sei ein exzellenter Mann, so der Minister.

"Vertuschungskommission"
Pilz hatte das Gremium zuvor als eine "reine Vertuschungskommission" bezeichnet. Konkret stieß er sich daran, dass ein Mitglied der Kommission von den Korruptionsvorwürfen des Ex-BKA-Chefs Herwig Haidinger berührt sei und gegen den Kommissionsleiter Mathias Vogl - der Chef der Rechtssektion im Innenministerium - Ermittlungen im Zusammenhang mit dem Fall Zogaj laufen würden.

Haidinger-Vorwürfe
Die Vorwürfe Haidingers nannte Platter eine "einseitige Aussage", hier müsse nun die Staatsanwaltschaft klären. Im Fall Kampusch frage er sich, warum die ÖVP im Jahr 2006 Ermittlungspannen nicht untersuchen hätte lassen sollen, die ja unter einem SPÖ-Minister passiert sind.

Auf die Frage, ob gegen den Landespolizeikommandanten des Burgenlandes und Leiter der Sonderkommission Natascha Kampusch, Nikolaus Koch, ein Disziplinarverfahren laufe und dieser kurz vor der Ablöse stehe, konnte Platter zunächst keine konkrete Antwort geben - Aus seinem Büro hieß es gegenüber der APA, es gab und gibt kein Disziplinarverfahren gegen Koch.

(apa/red)