Umwelt von

Weniger Lebensmittel im Müll
dank Plastikverpackungen

Kunststoff soll so sogar "Klimafußabdruck" verringern

Verpacktes Fleisch © Bild: Thinkstock

Lange Zeit war Kunststoff als Verpackungsmaterial unter umweltbewussten Konsumenten verpönt. Eine Studie der Altstoff Recycling Austria AG (ARA) und des Beratungsunternehmens denkstatt will zeigen, dass dies zumindest teilweise unbegründet sei: Plastikverpackungen können demnach den "Klimafußabdruck" sogar verringern, wenn Lebensmittel durch sie länger haltbar gemacht werden.

Jährlich landen in Europa rund 100 Millionen Tonnen Lebensmittel im Müll. Das hat auch Auswirkungen auf den sogenannten ökologischen Fußabdruck des Einzelnen, denn die Produktion und Distribution sowie das Verwenden von Lebensmitteln (Kühlen und Kochen zum Beispiel) stehen mit 30 Prozent der Treibhausgase in Europa in Verbindung. Eine geplante Revision der Abfallrichtlinie soll diesen Wert verringern. Ansetzen könnte man auch bei optimierten Verpackungen, wie Harald Pilz von denkstatt bei einer Pressekonferenz am Mittwoch in Wien sagte. "Das typische Image von Verpackungen ist: Eigentlich mag ich sie nicht. Allerdings leisteten sie doch einen großen Nutzen." So können sie beim Transport zum Beispiel Beschädigungen verhindern und Lebensmittel unter anderem vor dem vorzeitigen Verderben schützen. Dies ist vor allem insofern relevant, weil die Abfallmenge auch Einfluss auf die Ökobilanz hat.

Deutlich verlängerte Haltbarkeit

Im Zuge der Studie wurden im Laufe des Vorjahres Verpackungen des Frischesortiments untersucht. Hier hat sich gezeigt, dass durch eine bessere Verpackung unter anderem bei Käse, Fleisch, Gurken oder Striezeln eine längere Haltbarkeit erzielt werden könne. Bei Beiried kann die Haltbarkeit zum Beispiel von sechs auf 16 Tage erhöht werden, wodurch das Fleisch länger in den Supermarktregalen liegen könnte. Die Abfallmenge würde somit um 16 Prozentpunkte gesenkt werden, bei Striezeln sinkt die Abfallquote von elf auf 0,8 Prozent. "Da der Klimafußabdruck der Verpackungen um ein Vielfaches geringer ist als der Umweltaufwand, den Nahrungsmittel in der Produktion verursachen, muss es das Ziel sein, Lebensmittel optimal zu schützen", betonte Pilz.

Mehrwert für die Kunden

Zwar könnten sich, wie der Fachmann zugab, die Verpackungsoptimierungen auf den Produktpreis niederschlagen, insgesamt hätten sie aber einen Mehrwert - auch für die Kunden. Abgesehen vom verminderten ökologischen Fußabdruck, der beim Endkonsumenten noch deutlicher würde, weil im privaten Haushalt doppelt so viel Abfall anfällt wie im Handel, würde sich der Verbraucher selbst "ökonomisch auch etwas Gutes tun, weil er von den gekauften Lebensmitteln 100 Prozent verwerten kann", betonte Pilz. In die Studie sei auch die Abfallverwertung miteinberechnet worden, aber: "Fast jede Verpackung ist heutzutage technisch wiederverwertbar", hieß es auf der Pressekonferenz.

Kommentare