Skispringen von

Kofler bester Österreicher

Prevc mit Heimsieg in Planica noch auf Gesamtrang zwei. Sieben neue Tagessieger.

Kofler © Bild: GEPA pictures/Wolfgang Grebien

Mit dem Heimsieg des Slowenen Peter Prevc ist am Sonntag der Saison-Kehraus der Skispringer in Planica zu Ende gegangen. Mit dem Schanzenrekord von 142 Metern im zweiten Durchgang fing er noch den Deutschen Severin Freund ab und holte mit seinem dritten Saisonsieg auch noch Gesamtrang zwei hinter Weltcupsieger Kamil Stoch aus Polen. Tages-Dritter wurde der Norweger Anders Bardal.

Bester Österreicher bei strömendem Regen wurde Andreas Kofler als Sechster. In den Top Ten klassierten sich auch Gregor Schlierenzauer als Achter und Stefan Kraft als Neunter. Die ÖSV-Mannschaft hatte sich mit dem Team-Erfolg am Vortag bereits den Sieg im Nationencup zurückgeholt.

Kofler: "Habe Riesenfreude"

"Wenn ich die Sprünge anschaue, habe ich eine Riesenfreude. Das ist eine Supersache. Für mich ein toller Abschluss der Saison", stellte Kofler, der sich im Finish wieder in Richtung alte Stärken steigern konnte, fest. "Für mich persönlich brutal wichtig, denn es kommen gewisse Zweifel auf, wenn man die ganze Saison so lange fightet. Jetzt kann ich motiviert in die Vorbereitung reingehen."

Nicht mit dem erhofften Podestplatz, sondern mit Rang acht endete für Gregor Schlierenzauer eine Saison, in der der erfolgsverwöhnte 52-fache Weltcupsieger kleinere Brötchen backen musste. "Natürlich liegt die Latte bei mir extrem hoch, das muss man relativieren. Aber es muss auch mein Anspruch sein. Ich habe sehr viel trainiert, fast ein bisserl zu viel", gestand Schlierenzauer im Rückblick. Er habe sehr gut angefangen, dann aber nicht die Konstanz gehabt. "Ich war zu viel am Limit und habe sehr viel getüftelt am Material."

Schlierenzauer will Veränderung im Team

Allerdings bekräftigte Schlierenzauer auch seine Forderung nach Veränderungen im und um das Team. "Von meiner Seite her war nicht alles richtig, aber auch vom Team nicht. Da werden wir die Weichen stellen müssen. Es wird eine Veränderung geben müssen."

Ob diese Veränderung nach zehn Jahren als Cheftrainer Alexander Pointner betreffen wird, ist vorerst noch offen. Nach dem neunten Nationencupsieg der ÖSV-Adler in diesen zehn Jahren ist Pointner aber nicht amtsmüde. "Der letzte Stand ist, dass das Feuer brennt. Mir schwebt ein ganz klares Konzept vor, über das ich mir Gedanken mache. Darüber gibt es Gespräche und die haben zum Teil stattgefunden und werden nächste Woche noch stattfinden, dann werden wir eine Entscheidung treffen", sagte Pointner gegenüber der APA - Austria Presse Agentur.

Dietharts Tournee-Erfolg herausragend

Der Tournee-Erfolg von Thomas Diethart - am Sonntag 12. und als Gesamt-Achter im Weltcup zweitbester ÖSV-Adler hinter dem sechstplatzierten Schlierenzauer - war die herausragende Einzel-Leistung dieses Winters. In 16 Weltcup-Bewerben stand kein Österreicher auf dem Podest.

Die Kräfteverhältnisse haben sich klar weg von den erfolgsverwöhnten ÖSV-Adlern verschoben. 14 verschiedene Sieger aus sieben verschiedenen Nationen, darunter sieben neue Tageschampions. Der Skisprung-Sport ist nach dieser Olympia-Saison breiter aufgestellt. Eine Saison, die aber von einem Mann geprägt wurde: Kamil Stoch. Der Pole holte nicht nur seinen ersten Weltcup-Gesamtsieg, sondern kürte sich in Sotschi auch zum Doppel-Olympiasieger.

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