Intelligenzbestien von

Planet der Affen: Jane Goodalls Diagnose

Berühmte Verhaltensforscherin über das Gemeinsame von Affe und Mensch.

Intelligenzbestien - Planet der Affen: Jane Goodalls Diagnose

Lang haben wir nicht mehr Zeit. Vier Jahre noch, dann werden wir mit unseren perversen Tierversuchen das Virus freigesetzt haben, das die Welt in Krieg und Chaos stürzt und die Menschen an den Rand des Aussterbens bringt. Noch einmal acht Jahre, und es wird zwei Welten geben: die der allmählich wiedererstarkenden humanen Restpopulation und die der Affen, die sich mittlerweile alle Segnungen und Verheerungen der Zivilisation zueigen gemacht haben. Krieg oder Frieden lautet nun die Frage, an der sich beide Seiten abarbeiten.

Dann werden wir froh sein, nicht im verwüsteten San Francisco leben und Szenen wie die folgende aus dem Film "Planet der Affen: Revolution" erleiden zu müssen. Wer hier der Primat ist, lässt sich dabei nur unscharf erahnen: Die beiden menschlichen Wachposten, die träge auf Säcken vor dem Waffenlager lungern - oder der sich ihnen nähernde, hoch dekorierte Schimpanse Koba, der die menschliche Niedertracht als Laboraffe erlernt hat.

'Sollen wir ihn abknallen?", fragt der eine Mensch den anderen. Koba hebt die Arme, ruft "Friede!", schlägt lächelnd einen Purzelbaum, setzt sich zu den Männern und ergreift ein Maschinengewehr, mit dem er beide liquidiert.

Jane Goodalls Diagnose.

Jane Goodall ist eine der führenden Verhaltensforscherinnen der Gegenwart. Seit 54 Jahren lebt sie in zum Teil engster Nähe zu Schimpansen und wurde so zur Lichtgestalt des humanen Umgangs mit den Ressourcen. Mit ihren 80 Jahren hält sie sich gerade im Urwald von Tansania auf - aber sie lässt uns über die österreichische Filiale ihres weltweit aktiven Forschungsinstituts Antworten zukommen: "Die Gehirne der Primaten gleichen unseren dermaßen, dass es eigentlich nicht überrascht, wenn sie geistige Leistungen vollbringen, die wir früher nur Menschen zugetraut hätten. Zum Beispiel verwenden frei lebende Schimpansen viele Gegenstände als Instrumente. In verschiedenen Teilen Afrikas setzen sie diese jedoch unterschiedlich ein. Die Art und Weise, wie sie Werkzeuge gebrauchen, wird durch Beobachtung, Nachahmung und Übung von Generation zu Generation weitergegeben, was schlechthin als eine der Definitionen der menschlichen Kultur gilt. Man kann sogar behaupten, dass Schimpansen eine primitive Kulturstufe innehaben."

Was uns vor dem Inkrafttreten der Zustände des Films bewahrt, ist das keineswegs schmeichelhafte Privileg der Heimtücke, fügt sie hinzu. "Gründe für abnormale Aggression bei Schimpansen sind die gleichen wie bei Menschen. Diese lässt sich bei Schimpansen leicht untersuchen, weil sie nicht verbergen, was sie fühlen, sondern sich stets direkt verhalten."

Trailer zu "Planet der Affen - Revolution":

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