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Warum gibt es Pizzaburger?

Ein neues rätselhaftes Produkt hält sich hartnäckig im Kühlregal

Wolfgang Kralicek © Bild: NEWS

Ein rätselhaftes Produkt namens "Pizzaburger" hält sich hartnäckig im Kühlregal. In dem dazugehörigen Werbespot sieht man zwei Männer, die Rucola für Blumenschmuck und Besteck für ein lustiges Spielzeug halten. "Fingerfood für Fäuste", lautet die Devise.

Pizza und Burger: Hier kommt zusammen, was nicht zusammen gehört. Und nicht einmal die Food-Design-Profis haben es fertiggebracht, dieses Unding appetitlich aussehen zu lassen. Zielgruppe sind Männer, die a) nicht kochen können und sich b) mit Herzenslust so ungesund wie möglich ernähren. Zweifellos gibt es solche Männer immer noch, sehr wahrscheinlich sind sie sogar in der Mehrzahl; all die Bobo-Privatgourmetköche, von denen in den Trendberichten immer die Rede ist, sind ja nicht repräsentativ.

Aber auch wenn es stimmt, dass richtige Männer einen Saumagen haben – warum sollten sie dann ausgerechnet Pizzaburger essen? Es gibt doch genügend ebenso ungesunde Speisen, die auch noch schmecken. Pizza, zum Beispiel. Oder Burger.

Die Welt hat auf den Pizzaburger nicht gewartet, nicht einmal die Welt, in der Finger am liebsten als Fäuste auftreten. Was also bezweckt Dr. Oetker mit diesem offensichtlich sinnlosen Produkt? Vermutlich geht es um den symbolischen Wert. Der Pizzaburger ist ein "practical joke", mit dem der Hersteller eine Botschaft transportieren möchte: Niemand verlangt ernsthaft von euch, das zu essen. Aber wenn ihr jetzt irgendeinen anderen Junk kauft, könnt ihr immer noch sagen: Wenigstens ist es kein Pizzaburger. Mahlzeit.

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