PISA-Studie für Österreichs Schüler: Heuer stehen Naturwissenschaften im Mittelpunkt

13 verschiedene Testheftformen - Zwei Stunden Zeit Multiple-Choice-Fragen und offene Aufgaben zu lösen

Bei der ab Mitte April durchgeführten PISA-Studie 2006 stehen die Naturwissenschaften im Mittelpunkt. Mehr als 50 Prozent aller Testaufgaben umfassen daher dieses Gebiet, ein Sechstel erfasst das Leseverständnis und rund ein Drittel die Mathematik-Kompetenz.

Die Testaufgaben sind in mehreren Blöcken zu je 30 Minuten Arbeitszeit organisiert: Es gibt sieben Naturwissenschafts-Blöcke, zwei Lese-Blöcke und vier Mathe-Blöcke, aus denen 13 verschiedene Testheftformen gebildet werden. Jeder getestete Schüler erhält dann vier Blöcke, wobei nicht unbedingt einer aus jedem Gebiet dabei sein muss - insgesamt ergibt sich also eine Arbeitszeit von zwei Stunden. Die Aufgabenblöcke in den verschiedenen Testheftformen sind dabei in unterschiedlicher Kombination und Reihenfolge angeordnet.

Unterschiedliche Aufgabentypen
In einem Drittel bis zur Hälfte der Bearbeitungszeit (je nach Zusammenstellung der Blöcke) werden Multiple-Choice-Aufgaben eingesetzt. Etwa ein Viertel der Testzeit wird für Aufgaben verwendet, bei denen die Schüler kurze verbale oder numerische Antworten selbst finden und niederschreiben müssen (kurze offene Fragen), etwas mehr als ein Viertel für Aufgaben, bei denen komplexe und längere verbale Antworten konstruiert, niedergeschrieben und begründet werden müssen (komplexe offene Aufgaben).

Zusätzlich wird im Anschluss an den eigentlichen Test eine 45-minütige Erhebung zu demografischen Daten (Alter, Geschlecht, Muttersprache), sozioökonomischem Hintergrund (Beruf und Schulbildung der Eltern), Schullaufbahn (besuchte Schultypen, Anzahl der Schuljahre, Repetieren), Eltern-Kind-Interaktion aus Sicht der Schüler, Einstellung zu und Interesse an naturwissenschaftlichen Themen, Erfahrungen beim Erwerb naturwissenschaftlicher Kompetenzen und Unterrichtspraktiken durchgeführt. .

Schulfragebogen für die Schulleiter
Die Schulleiter wiederum müssen einen Schulfragebogen ausfüllen. Erhoben werden unter anderem die Basisdaten der Schule (Schultyp, Schulgröße, Klassenzahl, Lehrerzahl, durchschnittliche Klassengröße etc.), Schulressourcen und Lernumgebung, Naturwissenschafts-Aktivitäten von Seiten der Schule sowie Maßnahmen zur Qualitätsentwicklung.

An einigen Berufsschulen wurde übrigens bereits getestet. Dabei handelt es sich um jene Lehranstalten, wo die Schüler nur blockweise unterrichtet werden und daher zum eigentlichen Test nicht anwesend wären.

Österreich weit entfernt von der Spitze
Bei der ersten derartigen PISA-Studie im Jahr 2000 landete Österreich beim Lesen auf Platz zehn, in der Mathematik auf Platz elf und in den Naturwissenschaften auf Platz acht. Drei Jahre später waren es Platz 19 (Lesen), Platz 15 (Mathe) und 20 (Naturwissenschaften). Auf Grund statistischer Schwankungsbreiten und der zum Teil knappen Punkteabstände sind Rangreihungen nur bedingt aussagekräftig. Klar ist aber, dass Österreich in beiden Studien im Mittelfeld und weit entfernt von der Spitze landete.

(apa/red)