PIRLS testet auch die Volksschüler: Lese-Kompetenz in der vierten Schulstufe geprüft

Schüler am Ende der Grundschule im Blickpunkt Multiple-Choice-Aufgaben und Schülerfragebogen

Neben PISA steht im April und Mai auch die neue Studie PIRLS (Progress in International Reading Literacy Study) auf dem Test-Programm des Zentrums für vergleichende Bildungsforschung (ZVB) an der Uni Salzburg. Erhoben wird dabei ausschließlich die Lese-Kompetenz von Schülern am Ende der Grundschule. Weiterer Unterschied zu PISA: Auswahlkriterium ist nicht ein bestimmter Altersjahrgang, sondern der Besuch der vierten Schulstufe.

Bei den für PIRLS entwickelten Lese-Aufgaben werden zwei Aspekte der Lese-Fähigkeit berücksichtigt: Lese-Intention (Informationsgewinn bzw. literarische Erfahrung) sowie der Prozess des Verstehens. Dazu sollen die Kinder explizit angegebene Informationen erkennen und wiedergeben, einfache Schlussfolgerungen ziehen, Gedanken und Informationen interpretieren sowie Verknüpfen und schließlich Inhalt, Sprache bzw. einzelne Textelemente untersuchen und bewerten.

Für jede der beiden Leseintentionen (Informationsgewinn und literarische Erfahrungen) gibt es insgesamt fünf Textpassagen mit je zwölf Aufgaben. Die Bearbeitungszeit pro Passage beträgt 40 Minuten. Die 13 verschiedenen PIRLS-Testhefte werden aus unterschiedlichen Kombinationen von jeweils zwei der zehn Textpassagen zusammengestellt - die Arbeitszeit pro Heft beträgt also 80 Minuten.

Eingesetzt werden zwei Aufgabentypen: Die Hälfte der zu erreichenden Punkte wird durch Multiple-Choice-Aufgaben vergeben, die andere durch offene Aufgaben. Bei letzterem Aufgabentyp müssen die Kinder selbst eine Antwort formulieren, die mit Punkten bewertet wird.

Dazu kommt noch ein Schülerfragebogen, bei dem die Kinder Aspekte des familiären und schulischen Lebens sowie Erfahrungen in der Klasse angeben sollen. Weitere Themen: Lesehausübungen, Selbstwahrnehmung und Einstellungen gegenüber dem Lesen.

Auch die Eltern, Lehrer und Direktoren werden einbezogen: In einem Elternfragebogen werden etwa die Leseressourcen daheim oder die Lesegewohnheiten der Eltern erhoben, in einem Lehrerfragebogen die Klassengröße, das Leseniveau und die Sprachfähigkeit der Schüler sowie in einem Schulfragebogen die Ressourcen der Schule für den Leseunterricht.

Insgesamt werden in Österreich rund 4.500 Kinder aus ca. 160 zufällig ausgewählten Volksschulen getestet, pro Schule maximal zwei Klassen. Weltweit nehmen 41 Länder teil, in denen an über 6.000 Volksschulen rund 165.000 Kinder involviert sind. Die Ergebnisse werden - wie bei PISA - im Dezember 2007 vorliegen.

(apa/red)