Piraten kapern deutschen Frachter: 17 Besatzungsmitglieder an Bord der "Patriot"

Seeräuber schlugen zwischen Somalia und Jemen zu Somalische Piraten geben griechisches Schiff frei

Piraten kapern deutschen Frachter: 17 Besatzungsmitglieder an Bord der "Patriot"

Piraten haben am Wochenende vor der Küste Somalias einen deutschen Frachter gekapert und auch wieder ein Kreuzfahrtschiff angegriffen. Die Besatzung des Passagierschiffs "MS Melody" trieb die Seeräuber aber nach Angaben des italienischen Kapitäns mit Schüssen in die Flucht. Wie die Reederei mitteilte, waren 38 deutsche Passagiere an Bord der "Melody". Das Außenministerium in Wien hatte keine Informationen über österreichische Reisende auf dem Schiff.

Kapitän Ciro Pinto sagte im staatlichen italienischen Rundfunk, er habe den israelischen Sicherheitsleuten an Bord befohlen, zurückzuschießen, als sechs Piraten in einem kleinen Boot sein Passagierschiff angriffen. "Es war wie im Krieg", sagte Pinto.

Die "MS Melody" gehört dem italienischen Unternehmen Msc Crociere. Deren Chef Domenico Pellegrino sagte der italienischen Nachrichtenagentur ANSA, alle 1.000 Passagiere und 500 Besatzungsmitglieder seien in Sicherheit. Die Reederei habe israelische Sicherheitsleute angeheuert, weil diese die beste Ausbildung hätten. Der Zwischenfall spielte sich rund 290 Kilometer nördlich der Seychellen ab. Die "Melody" war auf einer 22-tägigen Kreuzfahrt von Durban in Südafrika nach Genua. Sie setzte die Reise wie geplant fort.

Der gekaperte deutsche Getreidefrachter "Patriot" wurde in der Meerenge zwischen Somalia und dem Jemen rund 300 Kilometer südöstlich der jemenitischen Küstenstadt Muqalla überfallen, wie die 5. US-Flotte mitteilte. Der Frachter fuhr unter maltesischer Flagge. Die "Patriot" gehört der Hamburger Reederei Johann M.K. Blumenthal. Es befanden sich 17 Besatzungsmitgliedern an Bord. Somalische Piraten haben seit vergangenem Jahr trotz verstärkter internationaler Militärpräsenz in der Region bereits mehr als 100 Schiffe in ihre Gewalt gebracht.

(apa/red)