Philosoph Hans Krankl: Cordoba gehört
zur Sport-Historie wie Muster und Lauda

"Sieg gegen Deutsche vergessen Menschen nicht"

WM-Endrunde, 21. Juni 1978, Cordoba, Argentinien, Österreich gegen Deutschland. An diesen Eckdaten scheiden sich die heimischen Fußball-Geister. Die einen wollen davon nichts mehr hören und sehen, die anderen erinnern sich hingegen an den historische 3:2-Triumph des rot-weiß-roten Davids über den Goliath immer wieder mit Freude. Zu Letzteren zählt einer der Protagonisten: Hans Krankl, der "Held von Cordoba".

Der Patriot aus Leidenschaft und Überzeugung denkt gerne an diese Sternstunde, die er selbst zu einer solchen mit seinen Toren zum 2:1 und 3:2 gemacht hat, die er aber nie über- und auch nie unterbewertete. "Ein kleines Land hat im Fußball gegen ein großes Land etwas Tolles erreicht, das ist ein schönes Kapitel unserer Sportgeschichte", sagt der Wiener, der am 14. Februar seinen 55. Geburtstag feiert, mit Stolz.

Das 3:2, der erste Sieg Österreichs nach 47 Jahren über den damals regierenden Weltmeister, habe in den Annalen genauso seine Berechtigung wie der Olympia-Triumph von Skiabfahrer Franz Klammer, der WM-Triumph von Formel-1-Pilot Niki Lauda oder der erste Weltranglistenplatz von Tennis-Ass Thomas Muster. "Ich bin immer Anhänger österreichischer Sportler, lebte mit Klammer, Lauda und Muster mit. Im Fußball sind es eben Europacup-Endspiele oder Siege gegen große Gegner", meint der einstige "Goleador", der nach Cordoba nie wieder gegen das DFB-Team gewonnen hat.

Medien-Mythos Cordoba
Auch wenn Medien dieser Tage den "Mythos Cordoba" von A bis Z neuerlich aufleben lassen und den Fans das "I wer' narrisch" des damaligen Radioreporters Edi Finger Sen. wieder zu Ohren kommt, würden laut Krankl die Menschen diese fußballerische Glanztat, die sich heuer zum 30-mal jährt, ohnehin nicht vergessen. Das erfolgreiche "Cordoba"-Team sei schon 1974/75 entstanden. "Von der Nummer 1 bis zur Nummer 22 hatten wir dann in Argentinien lauter Klasseleute. Viele waren international tätig und am Zenit ihrer Karriere, dazu kamen die jungen Wilden wie Pezzey, Prohaska und ich. Das nötige Glück war auch dabei, wir müssen dem lieben Gott danken", sagt Krankl.

Der Kabarettist Werner Schneyder forderte einst, die "Schlacht von Cordoba" müsse in die Geschichtsbücher, damit später Geborene erfahren sollten, worauf es im Leben ankomme: "Den Deutschen Tore zu schießen." Für den damaligen deutschen Bundestrainer Helmut Schön war die "Schmach von Cordoba" kein "nationales Unglück, nur eine eine sportliche Niederlage." Und für Josef Hickersberger, mit Krankl beim 3:2 mit von der Partie, sagt heute: "Cordoba zählt für mich nicht mehr. Ich bin schon damals nicht narrisch geworden. Es bringt nichts, wenn wir uns dauernd daran erinnern."

(apa/red)

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