Taifun 'Haiyan' verwüstet Philippinen: Tiroler hilft vor Ort

18-Jähriger: "Es war einer der stärksten Taifune, die das Land je erlebt hat"

von Philippinen: Der Taifun Haiyan verwüstet des Land. © Bild: APA/EPA/DENNIS M. SABANGAN

Über die Seite des Katastrophenschutzministeriums kann der junge Österreicher den Verlauf des Taifuns täglich nachvollziehen. "Ich habe zugesehen, wie der Sturm an Stärke zugenommen hat", sagt Weinold. Dann kommt der Tag der Katastrophe. "Als der Taifun da war, war es einfach ein Wahnsinn, wie die Leute reagiert haben", erzählt er. In Windeseile schotten die Leute ihre Häuser ab, alle elektronischen Geräte werden heruntergefahren, die Anrainer fällen Bäume, damit sie später nicht auf Häuser fallen können. "Strommasten sind wie Zahnstocher abgeknickt. Alles war überschwemmt. Ich habe in Österreich so etwas noch nie erlebt", sagt der junge Tiroler. Dabei ist seine Region im Süden nur abgeschwächt betroffen. Denn das Zentrum des Sturms lag im Norden der Philippinen.

Plünderungen und Überfälle auf Hilfskonvois

Insgesamt sind mindestens 10.000 Menschen durch den Taifun ums Leben gekommen, hunderttausende Bewohner warten derzeit dringend auf Hilfe. Amerikanische und europäische Hilfsorganisationen reagieren rasch und erste Hilfslieferungen erreichen die Katastrophengebiete bereits. Im Vergleich zum Erdbeben im Oktober, das ähnlich zerstörerisch war, sei die internationale Hilfe und auch das Medieninteresse dieses Mal größter, so der Österreicher. Und die Behörden? Haben sie rechtzeitig gehandelt? "Ich finde schon, dass die Behörden gut reagiert haben. Die Menschen sind auf jeden Fall informiert gewesen", sagt Weinold. Einige philippinische Journalisten würden das aber anders sehen: Sie werfen den offiziellen Stellen vor, zu langsam reagiert zu haben, vor allem auf die Plünderungen im Land. "Es hat sogar Überfälle auf Rot-Kreuz-Kolonnen gegeben", berichtet der 18-Jährige. Er erinnert sich an ein Foto aus einer Zeitung, das einen Geschäftsinhaber zeigt, der seinen Laden mit einer Pistole in der einen und einem Regenschirm in der anderen Hand verteidigt.

Mittlerweile habe sich die Lage im betroffenen Norden aber stabilisiert, sagt Weinold. "Es kommen aber immer wieder Berichte von neuen Opfern und Schäden herein", teilt der Tiroler mit. Die Regierung lässt die Hilfskonvois inzwischen durch Spezialeinheiten bewachen. Als nächsten Schritt gilt es jedoch den Flüchtlingsstrom abzufangen: Der Taifun hat rund eine Million Menschen obdachlos gemacht. Der Süden müsse nun beginnen Flüchtlinge aufzunehmen, so Weinold. Derzeit gebe es noch kein Flüchtlingslager. Im Moment sei es das Wichtigste diesen Menschen zu helfen.

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