Philippinen von

"Die Bevölkerung ist erleichtert"

Menschenfresser oder nicht - Kroko soll neues Öko-Tourismus-Maskottchen werden

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    Das 6,4, Meter lange Riesenkrokodil soll einen Bauern und mehrere Wasserbüffel verschlungen haben.

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    Ein Abschuss kommt laut Bürgermeister nicht in Frage: Das Tier soll eine neue Touristenattraktion des Naturparks werden.

Im philippinischen Bunawan atmen die Bewohner auf: Ein Monsterreptil soll nicht nur etliche Wasserbüffel, sondern auch einen Bauern verschlungen haben. 30 Einheimische waren nötig, um dem Krokodil endgültig das gefräßige Maul zu sperren. Bunawans Bürgermeister hat auch schon einen neuen Job für das Tier: "Er ist ein Problemkrokodil, das aus der Wildnis genommen und für Öko-Tourismus eingesetzt werden muss."

Ob das Reptil mit einer rekordverdächtigen Länge von 6,4 Metern auch tatsächlich jener gesuchte Menschenfresser ist, konnte bisher nicht bestätigt werden. Bei einer Untersuchung des Krokodil-Magens fanden die Jäger nach eigenen Angaben keine Reste von Menschen- oder Büffelfleisch.

Schuldiger gefunden und für schuldig erklärt
Dennoch seit die Bevölkerung erleichtert, sagte der an dem Fang beteiligte Krokodiljäger Rollie Sumiller. Mehr als zwei Wochen lang hatten die Behörden versucht, mit Ködern aus Hühner-, Schweine- oder Hundefleisch das mehr als eine Tonne schwere Reptil in eine Falle zu locken. Doch nachdem das Salzwasserkrokodil das Fleisch immer nur vom Spieß riss und fraß, konnte dem Tier am Samstag mit Hilfe von 30 Einheimischen ein Schwermetallkabel um das Maul geschnürt werden.

Eintrag ins Guinness Buch der Rekorde möglich
"Es ist das größte Tier, mit dem ich in 20 Jahren Jagd bisher zu tun hatte", sagte der Sumiller am Dienstag. Im Guinness-Buch der Rekorde ist das bisher gewaltigste Tier mit 5,48 Metern somit um fast einen Meter kleiner. Noch größer als dieses - aber nicht im Guinness-Buch verzeichnet - war Medienberichten zufolge bisher nur ein 6,20 Meter langer Artgenosse in Papua Neuguinea.

Neues Öko-Tourismus-Maskottchen
Das Riesen-Reptil soll nun zur Attraktion in einem eigenen Naturpark werden. Eine Freigabe zum Abschuss sei für die Behörden nicht in Frage gekommen, sagte Bunawans Bürgermeister Edwin Cox Elorde. "Er ist ein Problemkrokodil, das aus der Wildnis genommen und für Öko-Tourismus eingesetzt werden muss." Vorläufig brauche das Krokodil ein 150 Quadratmeter großes Gehege. Salzwasserkrokodile sind die größten Krokodile überhaupt. Sie können bis zu 100 Jahre alt werden und gelten auf den Philippinen wegen der Jagd nach ihrer Haut für die Modeindustrie als "besonders gefährdet".