Philharmonikerball von

Künstlerprominenz in Wien

Schauspieler Tobias Moretti, Peter Simonischek und Kollegen geben sich Stelldichein

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    Tobias und Julia Moretti am Wiener Philharmonikerball

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    Udo Jürgens jüngste Tochter, Gloria Burda, war Mitglied des Jungdamen- und Jungherrenkomitees.

Es war der erste Top-Ball des Jahres: Mit gediegen-elegantem Flair und prominenten Gästen wie Tobias Moretti, Peter Simonischek oder Burgtheater-Direktor Matthias Hartmann hat der Ball der Wiener Philharmoniker im Musikverein seinem Ruf als Künstlerball der Saison alle Ehre gemacht. 164 junge Damen und Herren tanzten heuer im Eröffnungskomitee zur traditionellen Fächerpolonaise von Carl Michael Ziehrer, dirigiert von Helmut Steubl. Prominenz aus Kultur, Wirtschaft und Politik lauschten den klassischen bis modernen Interpretationen in den Sälen des Musikvereins teils bis in die frühen Morgenstunden.

"Ich bin heuer zum ersten Mal hier und freue mich ganz besonders, dass ich das erleben darf", sagte Burgtheater-Direktor Matthias Hartmann im Gespräch mit der APA. "Der Ball ist auch viel ungezwungener als ich dachte, die Atmosphäre ist sehr entspannt und fröhlich."

Die von den Gästen hochgelobte Tanzveranstaltung stand heuer unter einem besonderen Aspekt, feierte doch die Gesellschaft der Musikfreunde in Wien, Erbauerin und Eigentürmerin des Musikvereinsgebäudes, ihr zweihundertjähriges Bestehen. Blechbläser eröffneten den prunkvollen Ball unter Dirigent Karl Jeitler mit der 1924 eigens von Richard Strauss für das Orchester komponierten "Wiener Philharmoniker-Fanfare". Unter der Leitung von Christoph Eschenbach zeigte das Ensemble außerdem bei der Johann-Strauß-Sohn-Ouvertüre "Eine Nacht in Venedig" sein musikalisches Fingerspitzengefühl.

Koller: "Das Juwel aller Bälle"
Musicalstar Dagmar Koller war begeistert: "Ich habe noch nie einen Philharmonikerball ausgelassen. Das ist das Juwel aller Bälle." Besonders gut gefalle ihr, dass "jeder mit jedem sofort zusammen kommt". Ein Stelldichein gaben sich weiters der Kolumnist Karl Hohenlohe, Lifeball-Organisator Gery Keszler und Anwalt Georg Zanger.

Organisiert wurde der Ball von Andreas Großbauer. Unterstützung erhielt er dabei von einem vierköpfigen Komitee, zu dem neben dem amtierenden Staatsoperndirektor Dominique Meyer auch der Industrielle Hannes Androsch zählte. "Das ist der feinste Ball, er hat sich auch nicht zu einem Medienspektakel entwickelt", sagte Androsch. Er schätze besonders den "edlen Charakter" der Veranstaltung.

Polit-Prominenz wagt sich aufs Tanzparkett
Auch zahlreiche Politiker statteten dem Ball einen Besuch ab und tauschten ihre Arbeitskluft gegen Frack oder Smoking: Blicken ließen sich Sozialminister Rudolf Hundstorfer und der ebenfalls rote Finanzstaatssekretär Andreas Schieder sowie der Wiener Bürgermeister Michael Häupl. Darauf angesprochen, dass die österreichische UNESCO-Kommission das gesamte Element "Wiener Ball" - und damit auch den umstrittenen Ball des Wiener Korparationsringes (WKR), aber auch den Philharmonikerball - aus dem Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes in Österreich gestrichen hat, sagte das Stadtoberhaupt: "Das ist völlig wurscht. Unsere Bälle werden auch so genauso gut besucht werden."

Als "musikalischen Genuss" bezeichnete Vizekanzler und Außenminister Michael Spindelegger die Feier im Musikverein. "Die Wiener Philharmoniker sind ein Aushängeschild Österreichs", sagte er. Ein Walzertanz mit seiner Frau gehörte für den Politiker "selbstverständlich dazu". VP-Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner mischte sich ebenso unter die Gäste wie sein Parteikollege und Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle.

Neben dem klassischen Repertoire zeigten die Philharmoniker in den übrigen Sälen des Musikvereins ihre Virtuosität bei sonst für das Orchester unüblichen Klängen. Jazzmusik, unter anderem mit der Gastband "Balkan Express", Klavierstücke, Heurigen-Ambiente sowie Disco-Feeling mit DJ L. Rock standen auf dem Programm.