"Pfusch" nimmt in Österreich wieder zu:
Wirtschaftskrise als Ursache ausgemacht

Einbußen werden durch Schwarzarbeit wettgemacht "Pfusch" besonders bei Renovierungen und Hausbau

"Pfusch" nimmt in Österreich wieder zu:
Wirtschaftskrise als Ursache ausgemacht

Der "Pfusch" wird heuer in Österreich erstmals wieder zunehmen, konkret um fünf Prozent auf insgesamt 20,5 Mrd. Euro. Die Ursache ist die Finanz- und Wirtschaftskrise. Die Menschen würden versuchen, Einkommenseinbußen durch Pfusch auszugleichen. Das berichtete der "Schwarzarbeitsexperte" Friedrich Schneider vom Institut für Volkswirtschaftslehre der Johannes Kepler Universität Linz.

Schneider hat in einer Studie die Aussichten für Schwarzarbeit für heuer berechnet und dabei auch Umfrageergebnisse des Linzer Meinungsforschungsinstitutes "market" einbezogen. Dazu wurden im vergangenen Dezember über 1.000 Personen befragt. Damals waren die realwirtschaftlichen Konsequenzen der Finanzkrise erst in Ansätzen wirksam, gibt Schneider zu bedenken. Außerdem habe er für seine Berechnungen "konservativ" einen Rückgang des offiziellen BIP um nur 1 Prozent angenommen.

Bei der market-Umfrage erwarteten 56 Prozent der Befragten, wegen der Finanzkrise weniger Geld ausgeben zu können. 14 Prozent gaben an, wegen der Krise werde im Haushalt mehr durch Pfuscher erledigt, um Kosten zu sparen. 10 Prozent wollen mehr pfuschen, um die Haushaltskasse aufzubessern. Den größten Umfang dürfte der Pfusch in Wien mit 5,65 Mrd. Euro haben, gefolgt von Oberösterreich mit 3,42 Mrd. Euro und Niederösterreich mit 3,32 Mrd. Euro.

Am meisten verbreitet ist die Schwarzarbeit im Bereich Renovieren einer Wohnung und eines Hauses sowie Hausbau, bei Instandsetzungen im (Elektro-)Gerätebereich, bei Autoreparaturen, Kosmetik- und Friseurdienstleistungen sowie bei der Inanspruchnahme von Hilfe im Haushalt.
(apa/red)