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Pflege: Auch Stöger für Investition in Betreuungs-Jobs

Arbeitslose "nicht wahllos einsetzen"

Auch Sozialminister Alois Stöger (SPÖ) will in Jobs zur Betreuung älterer Menschen am Land investieren.

Man müsse in Arbeitsplätze investieren und nicht Arbeitslosengeld alimentieren, sah er sich im Ö1-"Morgenjournal" "im Prinzip einig" mit dem Sozialrechtsexperten Wolfgang Mazal. Allerdings dürfe man nicht wahllos Arbeitslose für Tätigkeiten im Pflegebereich einsetzen.

Mazal hatte im APA-Interview vorgeschlagen, im Bereich der sogenannten Care Work verstärkt Jobs zu schaffen, die an Arbeitslose vermittelt werden. Die zur Finanzierung erforderlichen öffentlichen Gelder könnten auch aus dem AMS-Bereich kommen. Dafür brauche es nicht zwangsläufig Akademiker, Tätigkeiten wie die alltägliche Versorgung könnten auch mit niedrigerer Qualifikation verrichtet werden, so Mazal.

Stöger sieht sich dabei an die Vorschläge der eigenen Partei im Rahmen der "Aktion 20.000" erinnert, konkret an das Projekt "selbstständig Leben daheim". Auch dabei würden Arbeitslose beschäftigt. "Das sind wertvolle Tätigkeiten, die die Leute brauchen", betonte der Sozialminister. Was hingegen nicht sein dürfe, sei eine wahllose Zuteilung, denn: "Das verlangt echtes Interesse, Engagement, auch viel Liebe."

Mazal fühlt sich indes weiterhin missinterpretiert und betont, nicht von Zwang bezüglich der Beschäftigung Arbeitsloser gesprochen zu haben. Die APA hatte zuvor berichtet, dass nach Mazals Vorstellung Arbeitslose auf freiwilliger Basis für Tätigkeiten in der Betreuung älterer Menschen eingesetzt werden sollen. Inhaltlich bekräftigte Mazal in einer Stellungnahme gegenüber Medien am Dienstag freilich abermals seine ursprüngliche Darstellung, dass Mittel aus der Arbeitslosenversicherung umgeschichtet werden sollen.

Gewerkschaften, FPÖ, Grüne und NEOS hatten mit scharfer Kritik auf Mazals Vorschläge reagiert. Auch eine Nähe zu Parteien stritt Mazal, der unter anderem ÖVP-Chef Sebastian Kurz inhaltlich berät, ab. Es gehe manchen "auch nur darum, in Vorwahlzeiten Vorurteile gegenüber bestimmten Experten zu schüren, um sie in ein unsoziales, hirn- und herzloses Eck hineinzudrängen", so Mazal.

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