Pferdefleisch-Skandal von

Erster Fall in Österreich

Sonderkontrollaktion: AGES untersucht Proben auf Pferdefleisch und wird fündig

Pferdefleischskandal: Jetzt wurde auch der erste Fall in Österreich bestätigt. © Bild: Getty Images/Christopher Furlong

In Europa zieht der Pferdefleisch-Skandal immer weitere Kreise und auch für Österreich wird es nun ernst: Der erste Fall ist bereits entdeckt worden. Im Produkt "Tortelloni Rindfleisch" des deutschen Herstellers Gusto GmbH ist ein nicht deklarierter Anteil an Pferdefleisch gefunden worden, wie die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) mitteilt. Die Ware war in Österreich bei Lidl Austria GmbH erhältlich.

In Österreich ist der erste Fall im Pferdefleischskandal aufgetaucht.
© Lidl/Screenshot Eine Packung "Tortelloni Rindfleisch"

Lidl Österreich sei über den Fund informiert worden, die amtliche Lebensmittelaufsicht der Länder habe bereits die erforderlichen Maßnahmen gesetzt, bestätigt die AGES. Lidl hat unterdessen eine Rückholaktion gestartet. "Sämtliche Produkte werden aus den Regalen genommen.", sagt ein Sprecher des Unternehmens gegenüber NEWS.AT. Die Kunden werde man ausführlich informieren. "Wer ein Produkt gekauft hat, kann es jederzeit auch ohne Kassenbon in allen Lidl-Filialen zurückgeben", versichert der Sprecher. Der Kaufpreis werde zurückerstattet. Es bestehe kein Hinweis auf ein gesundheitliches Risiko für Verbraucher, wie Lidl mitteilt.

Noch mehr Proben betroffen?

Das AGES-Institut in Wien hat im Rahmen einer Sonderkontrollaktion des Gesundheitsministeriums mehrere Proben in Österreich untersucht. Bis Ende Februar werden noch von den Lebensmittelbehörden aus allen Bundesländern Proben gezogen, teilt die AGES mit. Mit neuen Ergebnissen rechne man bis Montag. Bisher liegen qualitative Analysen von zwei Proben vor, wobei in der zweiten Probe keine Pferde-DNA nachweisbar war. Laut Gesundheitsministerium werden vor allem jene Lebensmittel getestet, die mit den falsch deklarierten Produkten in Großbritannien und Irland vergleichbar sind. Darunter fallen Lasagne, Burger und Rindfleischgerichte.

Bislang mussten neben Österreich in sechs anderen europäischen Ländern Produkte zurückgerufen werden: Großbritannien, Irland, Frankreich, Schweden, die Schweiz und Deutschland sind bisher von dem Skandal betroffen. Auch Norwegen meldete den ersten Fall von falsch deklariertem Pferdefleisch.

Mit Medikamenten verseuchtes Fleisch

Vorschriftsgemäß gekennzeichnete Pferdefleischprodukte wie der berühmte Pferdeleberkäse werden in Österreich regelmäßig verzehrt. Rund vier Prozent des gesamten Fleischkonsums entfallen nach Angaben des Gesundheitsministeriums auf Pferdefleischprodukte. Bevor in Österreich Pferdefleisch regulär weiterverarbeitet wird, kontrolliert die AGES laufend die Qualität. "Dabei ist in den letzten Jahren nur einmal ein Grenzwert in Bezug auf den Wirkstoff Phenylbutazon überschritten worden", sagt AGES-Sprecher Roland Achatz. In Großbritannien ist vor kurzem in drei Fällen bei noch nicht verarbeitetem Pferdefleisch das Anti-Schmerzmittel Phenylbutazon nachgewiesen worden. "So ein Wirkstoff darf in Fleisch nicht zu finden sein", teilt Achatz mit. Werde in Österreich ein mit Medikamenten versetztes Fleisch entdeckt, so dürfe es nicht als Lebensmittel verarbeitet werden.

Vorrangig geht es bei dem Pferdefleischskandal um Etikettenschwindel. Die EU-Kommission fordert nun jedoch auch dazu auf, das falsch etikettierte Fleisch auf Tiermedizin-Rückstände zu testen, da diese ein Gesundheitsrisiko darstellen könnten. "Medikamentenrückstände sind in weiterverarbeitetem Fleisch nur mehr sehr schwer feststellbar", sagt der AGES-Sprecher. Man bewege sich dabei im Mikrobereich. Es sei im Moment schwer zu sagen, ob in den in Österreich gezogenen Proben ein solcher Stoff überhaupt nachweisbar wäre, so Achatz. Die AGES würde im Fall von gefundenen Rückständen jedenfalls sofort die Lebensmittelbehörde einschalten.

Gesundes Pferdefleisch

Fakt ist: Pferdefleisch stellt genauso wie Rinder- oder Schweinefleisch keine Gefahr für die Gesundheit dar - im Gegenteil. Das Fleisch ist sehr mager, cholesterinarm und der Eisengehalt ist hoch. Ein weiterer Vorteil des Fleisches: Es ist billiger als das beliebte Rind. Woher kommt also der schlechte Ruf? Das hat vor allem einen historischen Hintergrund. Im Jahr 732 verbot Papst Gregor III. dem Volk, Pferde zu verspeisen. "Unter anderem hast Du auch erwähnt, einige äßen wilde Pferde und sogar noch mehr äßen zahme Pferde. Unter keinen Umständen, heiliger Bruder, darfst Du erlauben, dass dergleichen jemals geschieht", heißt es in dem Verbot. Experten gehen davon aus, dass dieser Erlass mit einem Engpass an Streitrössern zu tun hatte. Dennoch hat der Konsum von Pferdefleisch, besonders unter den Armen, nie ganz aufgehört und wurde ab der Reformationszeit wieder beliebter.

Kommentare

Ihr habts ja wirklich einen Klopfer.....behinderte Kinder werden auf Pferden therapiert und dann fressen wir sie???? Ausserdem gehts da auch um Betrug, der Konsument wird wieder mal verarscht, was kriegen wir als nächstes auf den Teller..Menschenfleisch????

wo ich herkomme ist eichkatzerl, waschbär, alogator und klapperschlange gerne auf den grills gesehen-wie wär das verhalten der österreicher wenn diese fleischarten gefunden worden wären? es geht nicht um geschmack oder schädlich-sondern um betrug

brauser49

Noch in den 70ern haben wir gerne Pferdeleberkäs aber auch Gulasch in Dosen gekauft. Cholesterin- und fettarm, UND BILLIG !

mirucki melden

nach dem krieg wären alle froh gewesen wenn sie pferdefleisch bekommen hätten. heute ist es ein kapitalverbrechen wenn wo pferdefleisch drinnen ist. OK - hätte deklariert sein müssen, aber gestorben ist noch niemand dran.

Ignaz-Kutschnberger
Ignaz-Kutschnberger melden

so ist es!!

Gibt es schon wo Sonderangebote? Etwa 50% billiger weil Pferdefleisch drinnen?

Bitte sofort berichten über Schnäppchenangebote mit Pferdefleisch. So würde mir diese ganze unheimlich aufgeblasene Skandalisierungshysterie wenigstens etwas Geld sparen.

Ignaz-Kutschnberger

ich hab s dem Opa eh schon 100x gsagt, er soll keinen Pferdeleberkäs mehr essen... der Nachbar hat mich ja auch schon gfragt, ob ich seinen Hengst gsehn hab und was der Opa mit der großen Bratpfann hinterm Haus macht...

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