Pferdefleischskandal von

Etikettenschwindel?

EU-Gesundheitskommissar ortet Betrug bei Etikettierung von Fleischerprodukten

EU-Kommissar ortet im Pferdefleischskandal einen Etikettenbetrug. © Bild: APA/Hochmuth

Der Pferdefleischskandal rüttelt nun auch die EU wach. EU-Gesundheitskommissar Tonio Borg spricht sogar von Betrug. Er sehe in der Affäre einen "Betrugsfall und keine Sicherheitsfrage". "Irgendwo im Lauf der Lebensmittelkette hat es einen Betrug oder eine Nachlässigkeit bei der Etikettierung von Fleischerzeugnissen gegeben", so Borg am Mittwoch in Brüssel. Bisher gebe es keinen Hinweis auf ein Gesundheitsrisiko, "dann werden wir sofort Aktionen ergreifen".

Es wäre aber "unfair, mit dem Finger auf ein ganz konkretes Land" zu zeigen. Der Rat der Agrarminister der betroffenen Länder diene in erster Linie der Information, auch der laufenden Untersuchungen. Die Kommission sei bereit, auf jeden Fall Hilfestellung zu leisten, damit es wieder ein Vertrauen der Konsumenten gebe.

Eine Frage des Etikettenschwindels

Borg warnte davor, die Causa dafür zu missbrauchen, den Binnenmarkt zu untergraben. "Der ist der Kernbereich der EU und bringt etwas." Sollten sich Sicherheitsprobleme ergeben, "kann es nicht nur Verbote geben, sondern da werden Waren vom Markt genommen und dafür haben wir auch die entsprechenden Vorschriften". Aber "derzeit ist es eine Etikettierungsfrage". Die Ergebnisse der Ermittlungen sollten nun abgewartet werden. Allerdings liege die Umsetzung der Etikettierungsvorschriften in den Händen der EU-Staaten.

Generell sei Pferdefleisch in der EU ja nicht verboten. Natürlich gebe es eine unterschiedliche Handhabung in den einzelnen Staaten. "In gewissen ist das völlig normal, in anderen gilt es als Tabu. Aber wichtig ist, dass die Verbraucher wissen müssen, was sie essen. Wenn sie eben kein Pferdefleisch essen möchten, kaufen sie das Produkt nicht, in dem Pferdefleisch enthalten ist."

Bauern für EU-weite Herkunftskennzeichnung

Der Bauernbund fordert unterdessen strengere Regeln. Eine europaweite Datenbank, um den Weg vom Rohstoff zum Produkt lückenlos nachzuvollziehen - wie es Gesundheitsminister Alois Stöger am Dienstag gefordert hat - sei dem Bauernbund zu wenig. Das sagte dessen Präsident Jakob Auer am Mittwoch vor Journalisten in Wien. Es brauche eine verpflichtende EU-weite Herkunftskennzeichnung für Milch- und verarbeitete Fleischprodukte, erklärte Auer. Er sorgt sich vor dem "trojanischen Pferdefleisch".

Schweden vermisst 9.000 Pferde

In Schweden wird indes im Zusammenhang mit dem Pferdefleischskandal über den Verbleib von jährlich 9.000 Pferden gerätselt. So groß ist laut Berechnungen die Diskrepanz zwischen den statistisch erfassten Schlachtzahlen und den am Jahresende aus den Beständen von Züchtern und Betrieben verschwundenen Pferden.

Der Malmöer Tageszeitung Skanska Dagbladet zufolge sind sowohl der schwedische Bauernbund LRF als auch der Verband der Pferdezüchter schon dabei, dem Verbleib der Tiere nachzugehen. Es wird durchaus für möglich gehalten, dass zumindest ein Teil der Pferde in europäischen Fleischfabriken gelandet ist.

Die in Schweden aus den Supermärkten zurückgeholten 20.000 Packungen Tiefkühllasagne mit Pferdefleisch sollen laut einem anderen Zeitungsartikel vom Mittwoch indes zu Biogas verarbeitet werden.

Kommentare

Ein Bereich nicht übersehen werden. Der Bereich wo die Verpackung nicht gesehen werden kann. Die Gastronomie. Der Gast wird sehr oft hinter das Licht geführt. Wer kann sich vorstellen woher sein Schnitzel herkommt wenn es bei den großen Möbelhäuser oder Kaufhäuser um 2,90 oder 3,90 bestellt. Sieht ja lecker aus. Nur das das Schnitzel aus Rumänien kommt mit Billigfleisch erfährt er nicht.

Etikettenschwindel ??? Betrug ???
Im österreichischen Lebensmittelkodex wird festgelegt wieviel wovon drinnen sein muß !
z.B. Kalbsleberstreichwurst.... lt. Ö. Lebensmittelkodex brauchen nur 5 % Kalbsleber beigefügt sein, um selbe so zu benennen. Der Rest = Schweisohrwascheln und sonstiger Abfall.
Es lebe das kleingedruckte oder der LEGALE Betrug =)

Auf unserer Welt gibt es Menschen, die hungern! Und in Schweden werden 20.000 Packungen Tiefkühllasagne zu Biogas verarbeitet, nur weil Pferdefleisch darinnen ist!!??? Was sind das doch für Idioten !!!

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Pferdefleisch ist gesünder besser und teurer als Rindfleisch.

Der Skandal hier isr nur und ausschließlich die Hysterie mit der hier alles zum Skandal stilisiert wird, wie werbolle Narhungsmittel vergeudet werden.

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Nein, hier geht's nicht um Hysterie oder darum, dass Pferdefleisch gesünder ist, sondern darum, dass jeder das gute Recht hat zu wissen, was er da in sich hineinstopft. Und auch wenn ich den Trend zu immer mehr Fertignahrungsmitteln nicht gutheiße, bedeutet das noch lange nicht, dass Lebensmittelkonzerne Narrenfreiheit genießen und keinen Reglementierungen unterliegen dürfen, sonst essen wir früher oder später mal Ratten, Scheiße und Plastik, nur weil die beschlossen haben den Shareholder-Value höher zu veranschlagen als die Gesundheit der Bevölkerung. Man stoppe die Narren.

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Na dann sollen Sie eben auf die Packung ein Pickerl kleben "Enthällt auch Pferdefleich" und es weiter verkaufen.

Das vernichten von Lebensmittel aus totyl hysterischen Gründen ist ein Unding.

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Ja eh, dagegen wär eh nix zu sagen, aber es geht eben um die Kennzeichnung. Wenn wer gern Pferdefleisch, Kakerlaken, künstlich hergestelltes Fleisch oder was auch immer isst, soll er's tun, aber er soll auch wissen, dass das drin ist, was drauf steht, sonst ist's Betrug.

Nudlsupp melden

Aber die Kennzeichnung ist doch bei allen Produkten, die wir landläufig als Lebensmittel bezeichnen mangelhaft und nicht durchschaubar. Ich bin überzeugt, wüssten wir tatsächlich was in diesen Produkten enthalten ist, und auch wie die Tierhaltung dahinter aussieht, wir würden alle freiwllig fasten.

Die Freiheiten, welche diese Industrie genießt ist schon lange nicht mehr nachvollziehbar, scheinbar gibts noch mehr Goldregelmacher als den Franz.....

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genau, und deshalb könnte man diesen Skandal jetzt zum Anlass nehmen und das ändern....vor allem wenn den Politikern-wie sie behaupten- das Volk am Herzen liegt und nicht die Lobbyisten.

Nudlsupp melden

Sie liegen leider falsch, werter Higgs. Würde jetzt was geändert werden, dann wäre es eine Anlassgesetzgebung, und die mag man ja nicht. Und wenn nichts passiert, gibt es halt auch keinen Grund was zu ändern. :-)

Außerdem, was ist schon industrielle Tierqäulerei, im Vergleich zum möglichen shareholder value ????? Was ist schon dagegen einzuwenden, daß wir uns mit Giften vollpumpen, wenn nur die Kasse stimmt?????

freud0815 melden

wenn irgendwo bio draufsteht sind wir mittlerweile schon gewohnt, dass dem öfters nicht so ist-aber der grundstoff sollte schon gegeben sein-wenn man rindfleisch kauft sollte man das auch bekommen. wenn man eine karotte kauft sollte es auch keine geschitzte und gefärbte kartoffel sein-wobei sowas halt auffallen würde. was in den gemahlenen dingen alles drinnen ist, möcht ich gar net wissen-ich kauf sogar für faschiertes ein richtiges stück und lass es vor meinen augen mahlen

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