Petrovic bleibt Landessprecherin für NÖ:
Klare 86% beim Landeskongress der Grünen

Huber nach Kampfabstimmung Landesgeschäftsführer Plus: Interne Kritik am "schwarz-grünen Kuschelkurs"

Petrovic bleibt Landessprecherin für NÖ:
Klare 86% beim Landeskongress der Grünen
© Bild: APA/Pfarrhofer

Die Neuwahl des Vorstandes ist beim Landeskongress der NÖ Grünen in Altlengbach im Mittelpunkt gestanden. Nach einer Diskussion um die Gründe für das magere Ergebnis bei der NÖ-Wahl am 9. März sprachen die Delegierten Madeleine Petrovic eindrucksvoll das Vertrauen aus: Sie wurde mit 86,27 Prozent als Landessprecherin bestätigt - im November 2005 waren es 80 Prozent gewesen.

Für weitere Funktionen gab es aufgrund mehrerer Bewerbungen Kampfabstimmungen. Der seit Mai 2000 amtierende Landesgeschäftsführer Thomas Huber setzte sich mit 64,56 Prozent gegen den Scheibbser Stadtrat Raimund Holzer (35,44 Prozent) durch. Elisabeth Kerschbaum behält ihr Mandat im Bundesrat, und Susanne Jansky bleibt Finanzreferentin. Neben Petrovic, Huber und Jansky sind im siebenköpfigen Vorstand nun Christian Apl, Hikmet Arslan (23, Student), Gabriele Hollinek (Gemeinderätin in Wolfsgraben) und (seit 1996) Sepp Wimmer, Stadtrat in Klosterneuburg.

Zuspruch "trotz Fehlern"
Petrovic hatte vor dem Votum von einem "trotz Fehlern" guten Wahlkampf gesprochen. Das hochgesteckte Ziel - Einzug in die Landesregierung - sei angesichts des "riesigen" Wahlkampfeinsatzes der ÖVP und auch des zu erwartenden "Sich-Erfangens" der FPÖ nach Knittelfeld nicht möglich gewesen. Sie sei keineswegs "amtsmüde" und werde sich weiter mit der "absoluten Macht" der Volkspartei im Land auseinandersetzen. Auftrag aus dem Wahlergebnis sei, sich noch stärker dem Kontrollauftrag zu widmen. Thematisch würden die Grünen - mit Klimaschutz, Verkehr und auch Bleiberechtsdebatte - "goldrichtig" liegen. 90 Prozent der politischen Tätigkeit sollte in den Regionen stattfinden: "Wir müssen die Bevölkerung erreichen", so Petrovic.

Huber zufolge gilt der Einsatz nun der Vorbereitung auf die NÖ Gemeinderatswahlen 2010. Probleme wie etwa der rasant zunehmende Lkw-Transit in der Ostregion müssten "vor Ort" angesprochen werden. Huber kündigte die Einrichtung eines Gemeindereferates als zentrale Anlaufstelle für die Information von unten nach oben und umgekehrt an. Der inhaltliche Diskurs soll bei einer Landestagung am 26. April geführt werden. Es gehe aber auch um die künftige Strategie des Umganges mit LH Erwin Pröll - die Grünen seien nun die einzige Opposition im Landtag.

Professioneller, aber weniger bodenständig?
In diversen Wortmeldungen wurde im Zusammenhang mit dem vergangenen Wahlkampf Kritik geäußert, u.a. am "schwarz-grünen Kuschelkurs" und an den "langgedienten" Landtagsabgeordneten. Überdies müsste die Jugend verstärkt eingebunden werden. Die Grünen seien professioneller geworden, hätten aber zugleich an Bodenständigkeit verloren, hieß es in der emotional geführten Debatte weiter. Martin Fasan wandte sich in einer Replik gegen Beschimpfungen, auch anderer Parteien: Das hätte auf einem grünen Landeskongress nichts verloren. (apa/red)