Peter Pelinkas Blog zur Wahl '08:
Die Qual der Wahl am 28. September

FORMAT-Chefredakteur über die Fülle am Stimmzettel

Peter Pelinkas Blog zur Wahl '08:
Die Qual der Wahl am 28. September © Bild: Stögmüller

von Peter Pelinka Noch eine Woche bis zur Wahl. Angeblich sind noch vierzig Prozent der Wähler unentschlossen, sagen und schreiben Demoskopen und Journalisten, alle, welche daran Interesse haben, das Rennen möglichst lang spannend und abwechslungsreich zu halten. Aber ein gutes Viertel dürfte wirklich noch unentschlossen sein. Nicht weil es so wenig Optionen zu wählen gäbe, sondern weil es so viele sind.

Soll etwa ein frustrierter Rot-Wähler von 2006 nicht vielleicht doch noch einmal SPÖ ankreuzen, weil die mit Werner Faymann einen geschickten Personalwechsel geschafft hat? Soll ein strammer Rechter nun vielleicht doch noch einmal den alternden Ex-Charismatiker wählen oder den jugendlicheren, aber deutlich flacheren Wehrsportler? Oder soll ein urbaner Liberaler die Grünen wählen oder doch vielleicht wieder die auferstandene liberale Madonna? Nur bei der ÖVP gibt es wenig Zweifel – oder? Versprüht Wilhelm Molterer wirklich die beharrlichen konservativen Gestaltungswillen eines Wolfgang Schüssel oder wäre es nicht besser gewesen, ähnlich Faymann mit Josef Pröll einen von den Wirren der alten Koalition unbeschädigteren Kandidaten aufzustellen?

Schließlich, für Feinspitze der besonderen Art: Ist "Fritz" außerhalb Tirols wählbar? Soll man als Linksradikaler lieber die alte KPÖ wählen oder das, was sich "die Linke" nennt? Oder sich gar für die harte Kammer der „Christen” entscheiden? Vor allem aber: Welche Regierung wäre mir am liebsten (vielleicht auch nur als kleinstes Übel) – und wie muss ich dafür strategisch wählen?

Eigentlich ziemlich spannend, diese Wahl...