Fakten von

Krebsrisiko bei
Pestizid übersehen

WHO: EU-weit eingesetztes Gift Glyphosat steht im Verdacht, Krebs zu fördern

Traktor besprüht ein Feld mit Pestizid © Bild: iStockphoto

Lange Zeit hielt man das Pestizid Glyphosat für unbedenklich. So ist es heute auch eines der meistverkauften Pflanzengifte. Eine Studie der WHO zeichnet aber ein ganz anderes Bild. Ihr zufolge ist das Gift, das weltweit - so auch in der EU - eingesetzt wird, krebserregend. Wie kann es sein, dass Glyphosat dennoch genehmigt wurde und heute für Milliardengeschäfte aufseiten der Hersteller und Agrarindustrie sorgt? Eine nicht irrelevante Frage, steht das Pestizid doch kurz vor der EU-Neuzulassung.

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Glyphosat wird seit der zweiten Hälfte der 1970er Jahre weltweit in der Landwirtschaft für die Unkrautbekämpfung und die Beschleunigung der Erntereife von Nutzpflanzen wie Getreide und Kartoffeln eingesetzt. Enthalten ist es unter anderem im Pflanzenschutzmittel "Roundup". Das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), das die Sicherheit entsprechender Mittel für die gesamte EU prüft, hat Glyphosat als für den Menschen unbedenklich eingestuft.

So gefährlich ist Glyphosat

Kritiker sind da allerdings anderer Meinung. Ihnen zufolge wirke sich die Aufnahme von Glyphosat negativ auf das menschliche Hormonsystem aus, könne zu Fehlbildungen führen und darüber hinaus das Krebsrisiko erhöhen. Ganz abgesehen von weitreichenden Auswirkungen auf die Tier- und Pflanzenwelt. Dass es sich hier, zumindest was das Krebsrisiko anbelangt, um mehr als reine Mutmaßungen handelt, bestätigt die Weltgesundheitsorganisation WHO.

WHO bestätigt erhöhtes Krebsrisiko

So hat die der WHO zugehörige internationale Krebsforschungsagentur IARC eine Reihe entsprechender Studien ausgewertet. Im Frühjahr 2015 ist sie zu folgendem Schluss gekommen: Glyphosat ist "wahrscheinlich krebserregend bei Menschen", wie "sueddeutsche.de" berichtet. Ausschlaggebend für dieses Ergebnis waren fünf an Mäusen durchgeführte Studien, die allesamt deutliche Hinweise auf eine krebserregende Wirkung lieferten. Die Versuchstiere litten vermehrt an Lymphdrüsenkrebs, an Nierentumoren und an Krebs der Blutgefäße.

BfR übersieht Beweise für Krebsrisiko

Gleichzeitig hat das BfR erst Anfang April dieses Jahres einen Risikobericht vorgelegt, in dem das Gift als weitgehend unbedenklich eingestuft wurde. Offensichtlich, so "sueddeutsche.de", wurden eindeutige Belege für das erhöhte Krebsrisiko gerade vonseiten jenes Instituts übersehen, das für die Sicherheit auf EU-Ebene zuständig ist. Wie kann das sein? Ganz einfach: Das BfR hat sich laut "spiegel.de" bei der Bewertung des Pflanzengifts auf die Angaben der Hersteller verlassen.

Auf Herstellerangaben verlassen

Und die wiederum haben es verabsäumt, jene Art von Test durchzuführen, die hier eigentlich als Standard gilt. Geht es nämlich um die Auswertung von Krebsstudien, sollte der sogenannte Trendtest angewendet werden. Er gibt Aufschluss darüber, ob ein signifikanter Trend in Richtung Krebsrisiko besteht. Gerade diesen Test haben die Hersteller - im Gegensatz zu den Krebsforschern der WHO - aber nicht angewandt. Was zur Folge hatte, dass sie das Krebsrisiko nicht erkannten.

Krebserregendes Mittel erneut zugelassen?

Mittlerweile räumt auch das BfR laut "sueddeutsche.de" ein, dass sämtliche an Mäusen durchgeführte Tests, deren erste bereits in den 1990erJahren erhoben wurden, auf ein erhöhtes Krebsrisiko hinweisen. Nun steht Glyphosat vor seiner EU-Neuzulassung. Ende des Jahres läuft nämlich die Genehmigung aus. In Windeseile müssen die Risiken für das Gift neu bewertet werden. Eine Vorentscheidung soll im November fallen. Die Frage ist: Wird ein Mittel, das laut WHO für Menschen als "wahrscheinlich krebserregend" gilt, erneut in der EU zugelassen?

Hier geht's zur BfR-Bewertung zu Glyphosat.

Kommentare

ich mein HABEN die sie noch alle ????? dieses hochgiftige zeugs wird einfach so genehmigt, weil man was übersehen hat ??? für wie BLÖDE halten diese typen uns eigentlich ?? ununterbrochen wird uns vorgelogen wie schädlich rauchen ist, die WIRKLICHEN ursachen schaut NIEMAND an. schämen sollten sich alle , die hier mitwirken und uns alle vergiften!!!!

higgs70

Ein unabhängiges Bundesinstitut, das Risiken bewerten soll, verlässt sich auf die Angaben der Hersteller. Der nächste Treppenwitz.

Im Übrigen ein generelles Dankeschön an die EU für das Hinaufsetzen der Herbizidgrenzwerte- gehts der Wirtschaft gut,hast Chemie im Blut- denn wenn ich mich richtig erinnere, hat die EU hat zwischen 2002 und 2006 mehrere Richtlinien erlassen, die in nationales Recht umgesetzt werden mussten, was für Österreicher und Deutsche bedeutete, mehr Gift mitzufressen.
Aber immer wieder dieselbe Trottelei. In Kärnten auch, dort hama ein ganzes Tal mit HCB verseucht und jetzt, nachdem das Zeug nicht mehr hergestellt wird und mans jahrelang ausgebracht hatte, jetzt fang ma an zu untersuchen welche Auswirkungen das hat. Weil zuerst muss die Knete ordentlich fließen und dann schauma ob wer sich windet, die idiotische Religion der Betriebswirte.

Und wieder mal, man nehme die Industrie endlich mal an die juristische Kandare, wer was unter die Leut bringt ohne es ausreichend zu testen zahlt und geht sitzen, denn ich pfeif auf den Fortschritt wenn ich daran verrecke.

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