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Präsidentenwahl in Peru

Offizielles Ergebnis sieht Kuczynski vorn - Vier Fünftel der Stimmen ausgezählt

Lima (APA/Reuters) - Bei der Präsidentenwahl in Peru liegt der neoliberale Wirtschaftsprofessor Pablo Kuczynski laut dem ersten offiziellen Ergebnis vom Montag knapp vor seiner Rivalin, der Rechtspopulistin Keiko Fujimori. Den Angaben nach sind bisher rund 78 Prozent der Stimmen ausgezählt. Kuczynski liegt demnach bei 50,8 Prozent, Fuijimori bei 49,2 Prozent.

"Es ist nun klar, dass [Kuczynski] gewonnen hat", sagte Alfredo Torres vom Meinungsforschungsinstitut Ipsos der Nachrichtenagentur Reuters. "Der Abstand wird nicht kleiner, sondern größer."

Die Tochter von Ex-Präsident Alberto Fujimori hatte lange als Favoritin gegolten. Die erste Wahlrunde am 10. April hatte Fujimori mit 40 Prozent der Stimmen klar für sich entschieden, Kuczynski erreichte damals 21 Prozent. Vor der Stichwahl erhielt er aber die Unterstützung der Drittplatzierten des ersten Wahlgangs, der Linksabgeordneten Veronika Mendoza, auf die knapp 19 Prozent der Stimmen entfallen waren.

Bei der Wahl ging es um die Nachfolge des Linksnationalisten Ollanta Humala. Das neue Staatsoberhaupt soll sein Amt am 28. Juli antreten.

Fujimori ist besonders in ländlichen Gebieten beliebt. Ihr Vater, der heute 77-jährige Alberto Fujimori, hatte das Land in den Jahren 1990 bis 2000 mit harter Hand regiert. Seit 2009 verbüßt er wegen Korruption und Verbrechen gegen die Menschlichkeit eine 25-jährige Haftstrafe. Weil er das Land bis heute spaltet, ging seine Tochter im Wahlkampf vorsichtig auf Distanz zu ihm.

Viele Peruaner befürchten, dass Fujimori an der Macht den autoritären Regierungsstil ihres Vaters übernehmen könnte. Ihre Anhänger versprechen sich von ihr einen kompromisslosen Kampf gegen die grassierende Kriminalität.

Kuczynski verwies im Wahlkampf auf seine Erfahrungen als ehemaliger Wallstreet-Banker und Wirtschaftsminister. Er sei möglicherweise nicht mehr der Jüngste, aber "im Köpfchen völlig klar".

Beide Kandidaten hatten im Wahlkampf dem Verbrechen und der Korruption den Kampf angesagt. Außerdem versprachen sie, Arbeitsplätze in dem rohstoffreichen Andenland zu schaffen.

Fujimori trat für die rechte Partei Fuerza Popular (Volkskraft) an. Kuczynski kandidierte für das Bündnis Peruanos Por el Kambio (Peruaner für den Wandel, PPK - zugleich die Initialen seines Namens). Er verfügt über Rückhalt bei Wählern aus der Mittelschicht. Außerdem schwenkten zwischen den beiden Wahlgängen offenbar auch viele Unentschiedene zu ihm um.

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