Perspektivengruppe für 'freien Uni Zugang':
Hochschulvorschläge von ÖVP veröffentlicht

Für neue Formen der Zusammenarbeit & Innovation "Fremde Welt" für Studenten aus der Arbeiterschicht

Perspektivengruppe für 'freien Uni Zugang':
Hochschulvorschläge von ÖVP veröffentlicht

Für einen "freien Zugang" zu Universitäten - und damit gegen Zugangsbeschränkungen - spricht sich die ÖVP-Perspektivengruppe von Josef Pröll in ihrem vorgelegten Papier aus. "Es geht darum, das Besondere der Bildung und der Wissenschaft, der Schulen und der Hochschulen zu bewahren, aber es doch für alle zugänglich und offen zu halten", heißt es in dem Perspektivenpapier.

In der Vorwoche hatte Wissenschaftsminister Johannes Hahn einen Gesetzes-Entwurf vorgelegt, mit dem Zugangsbeschränkungen in acht Studienfächern verlängert werden sollen.

Zugangsprobleme auf EU-Ebene klären
Zugangsprobleme mit europäischen Studenten, etwa der Ansturm Deutscher auf das Medizinstudium in Österreich, müssten "grundsätzlich auf europäischer Ebene und nicht zu Lasten österreichischer Studenten gelöst werden", heißt es im Papier der Perspektivengruppe. Etwas kryptisch ist man in dem Papier zwar für eine "Ressourcensteuerung", diese sollte aber "lediglich über Stipendien und eine optimale Bildungsberatung erfolgen".

Nicht die Studiengebühren sind schuld...
Qualitätsstandards für den Uni-Zugang seien mit dem schulischen Bereich abzustimmen, allenfalls spezifische Qualitätsstandards müssten in ergänzenden Kursen erreicht werden, heißt es in dem Perspektivenpapier. Die Unis müssten auch für bildungsferne Schichten attraktiv werden, wobei Erfahrungen aus anderen Ländern zeigen würden: "Es sind nicht die Studiengebühren, sondern es ist die ihnen ferne, 'fremde' Welt, die potenzielle Studentinnen und Studenten aus den Arbeiterschichten von der Universität fernhält."

Mehr Innovation
Die Perspektivengruppe fordert weiters neue Formen der Zusammenarbeit von Unis und Fachhochschulen (FH) sowie deren "massiven Ausbau". Beide Bildungseinrichtungen hätten sich bisher auch zu wenig um Angebote für berufsbegleitende Weiterbildung gekümmert. Die Durchlässigkeit zwischen Unis und FH müsse verbessert werden. Die öffentlichen Investitionen für den tertiären Bildungssektor müssten auf zumindest zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts (derzeit nicht einmal 1,2 Prozent) steigen. Bachelorstudien sollten verstärkt berufsvorbereitend ausgerichtet, das Lehrveranstaltungs- und Serviceangebot an Abenden, Wochenenden und in Blockform, insbesondere auch in den studienfreien Zeiten, ausgeweitet werden. (apa/red)