Pernod Ricard wird nun Branchenführer: Übernahme der schwedischen Vin & Spirit

27 Prozent Weltmarktanteil der Premium-Spirituosen Transaktion umfasst auch die Vodka-Marke "Absolut"

Pernod Ricard wird nun Branchenführer: Übernahme der schwedischen Vin & Spirit © Bild: Reuters/Strong

Durch die angekündigte Übernahme des schwedischen Alkoholproduzenten Vin & Spirit wird der französische Wein- und Spirituosenkonzern Pernod Ricard zum weltweiten Co-Marktführer in der Branche. Der Weltmarktanteil der Premium-Spirituosen erreicht nunmehr nach den Angaben 27 Prozent. Die 5,626 Mrd. Euro teure Transaktion umfasst insbesondere die Vodka-Marke Absolut, nicht aber die 10-prozentige Beteiligung von V & S an Beam Global Spririts & Wine Inc., präzisierte der Franzose in einer Aussendung.

Absolut ist mit etwa 11 Millionen verkauften Kisten zu je neun Litern die meistverkaufte Vodka in der Welt und Nummer eins unter den Premium-Spirituosen in den USA. Der Absatz stieg im Vorjahr um 9 Prozent. "Die Integration von Absolut in unser Portfolio von Premium-Marken gebündlet mit der Kraft unseres weltweiten Vertriebsnetzes kündigt außerordentliche Entwicklungsperspektiven an", betont Geschäftsführer Patrick Ricard in der Aussendung und fügt hinzu: "Wir werden damit Co-Leader in der weltweiten Wein- und Spirituosenindustrie."

In den USA auf zweiten Platz
V&S bringt dem Franzosen durch sein Portfolio regionaler Marken auch eine Leaderposition auf dem Wein- und Spirituosenmarkt in den nordischen Ländern. Dazu kommen der Rum Cruzan und die Vodka Level, die in den USA einen starken Absatz haben. Damit steigt Pernod Ricard in den USA mit einem Marktanteil von etwa 14 Prozent vom vierten auf den zweiten Platz auf.

Außerhalb der USA und der nordischen Länder werden die Marken von V&S gegenwärtig von der Gesellschaft Maxxium vertrieben, einem Joint Venture, an dem mit je 25 Prozent V&S, Fortune Brands, The edrington Group und Remy Cointreau beteiligt sind. Pernod Ricard will nach eigenen Angaben binnen zwei Jahren von Maxxium aussteigen und den alleinigen Vertrieb übernehmen. Die Übernahme von Absolut bedeutet nach den Angaben auch die Beendigung des Vertriebsvertrags mit der russischen Vodka Stolichnaya.

Pernod Ricard wird nach den Angaben für die V&S-Aktien 1,450 Mrd. US-Dollar zahlen plus 6,050 Mrd. Euro, was zum derzeitigen Wechselkurs einen Gesamtpreis von 5,280 Mrd. Euro ausmacht. Dazu kommen Nettoschulden im Ausmaß von 346 Mio. Euro. Vor Abschluss der Transaktion wird das französische Unternehmen dem schwedischen Staat, der gegenwärtig Eigentümer von V&S ist, eine Dividende von 85 Mio. Euro auszahlen. Der Aktienpreis wird um einen Zinssatz von 2 Prozent pro Jahr vom 1. Jänner bis zum Abschluss der Transaktion angehoben, so die Aussendung. Als Gegenleistung wird Pernod Ricard den gesamten Cash-Flow behalten, der in der Periode von V&S verwirklicht wurde.

Pernod Ricard erzielte im abgelaufenen Geschäftsjahr 2006/07 einen Umsatz von 6,4 Mrd. Euro. Die Premium-Marken der Gruppe sind neben dem Anisschnaps Ricard die Whisky-Marken Ballantines, Chivas Regal, The Glen Livet und Jameson sowie der Cognac Martell, der Rum Havana Club, der Gin Beefeater sowie die Champatgner Mumm und Perrier-Jouet und die Weine Jacobs Creek und Montana. Pernod Ricard beschäftigt weltweit 18.000 Mitarbeiter in 70 Ländern. Pernod Ricard hatte bereits vordem die Mitbewerber Seagram et Allied Domecq übernommen.

(apa/red)