Pensionskassen verzeichnen drastisches Minus: Einbrüche um 13,1 Prozent gemeldet

Zwei Drittel der Firmenpensionen werden gekürzt Finanzkrise zeigt Wirkung auf heimische Renten

Pensionskassen verzeichnen drastisches Minus: Einbrüche um 13,1 Prozent gemeldet © Bild: APA

Rund 42.000 der 63.000 Bezieher von Firmenpensionen müssen heuer mit geringeren Firmenpensionen rechnen. Schuld daran sind die Veranlagungsergebnisse der heimischen Pensionskassen, die im abgelaufenen Geschäftsjahr 2008 aufgrund der Finanzkrise nach vorläufigen Berechnungen des Fachverbandes der Pensionskassen um 13,1 Prozent eingebrochen sind.

welchem Ausmaß sich die Firmenpensionen verringern werden, werde von den einzelnen Häusern noch berechnet, so der Geschäftsführer des Fachverbandes, Fritz Janda. Die Auswirkung der Finanzkrise auf die individuelle Zusatzpension hänge vom Ergebnis der jeweiligen Veranlagungsgemeinschaft ab. Hier gibt es laut Janda wie jedes Jahr eine große Bandbreite. "Nach den vorliegenden Ergebnissen können wir abschätzen, dass rund ein Drittel der 63.000 Leistungsberechtigten entweder ein Plus am Pensionskonto verbuchen kann oder ihre Pension gleich bleibt. Für zwei Drittel der Kunden wird eine Verringerung der Pension eintreten, deren Ausmaß von den einzelnen Häusern derzeit berechnet wird", so Janda.

Im langjährigen Durchschnitt erwirtschafteten die Pensionskassen jährlich plus 5,73 Prozent, im fünfjährigen Durchschnitt plus 2,62 Prozent. Das endgültige Ergebnis wird durch die Oesterreichische Kontrollbank (OeKB) ermittelt und soll im Februar veröffentlicht werden, so der Fachverband am Freitag in einer Pressemitteilung.

Der Wert privater und betrieblicher Zusatzpensionen müsse gesichert werden, die Politik müsse alles tun, um die Altersversorgung der Arbeitnehmer zu retten, forderten Arbeiterkammer (AK) und ÖGB am Freitag in Reaktion auf die Veröffentlichung der vorläufigen Ergebnisse der Pensionskassen im abgelaufenen Jahr. "Es herrscht Alarmstufe Rot", so AK-Präsident Herbert Tumpel.

(apa/red)