Pensionistin in Wien von U-Bahn überrollt und getötet: Zwischen 2 Waggons gefallen

Anfahrender Zug überfuhr 75-Jährige trotz Notsignal Wiener Linien bleiben gelassen: "Einmaliges Pech"

Nach dem tödlichen Unfall am Sonntag, bei dem eine 75-jährige Frau in der U1-Station Reumannplatz von einem U-Bahnzug überrollt wurde, zeigten sich die Wiener Linien betroffen. Sprecherin Brigitte Gindl sprach von einem "Unglück". Die Pensionistin war nachdem der Zug in der Endstation gehalten hatte, offenbar infolge von Kreislaufproblemen in den "Kuppelraum", also zwischen zwei Waggons des Zuges, gefallen. Der anfahrende Zug überrollte die Frau, sie erlitt tödliche Verletzungen.

"Mir ist kein Einziger solcher Fall bekannt", sagte Gindl. Natürlich sei man um den höchsten Fahrkomfort und die Sicherheit der Gäste bemüht, bei dem Unglück handle es sich um "einmaliges Pech". Bis dato wurde der Spalt zwischen den aneinandergekuppelten Waggons offenbar nicht als Sicherheitsrisiko gesehen.

Bei den neuen U-Bahngarnituren gibt es die Gefahr, zwischen Waggons zu fallen, nicht mehr, da der Zug aus einem zusammenhängendem Teil besteht. Wann die alten Garnituren komplett gegen die neuen, so genannten V-Wägen ausgewechselt werden, ist noch unklar.

Der Unfall sei jedenfalls kein Anstoß, den Austausch zu beschleunigen, so Gindl. "Wir können die alten Garnituren ja nicht einfach verschrotten, sie fahren ja." Derzeit sind 14 V-Wägen im Einsatz, bis 2008 sollen es 25 sein, so die Wiener Linien.

(apa/red)