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Zukunftsvorsorge in der Kritik

Konsument: Trotz guter Fondsperformance kommt bei Anlegern wenig Rendite an

Mann zählt Geld © Bild: Thinkstock

Die prämiengeförderte Zukunftsvorsorge wird weiter von den Konsumentenschützern kritisiert. Trotz guter Fondsperformance komme bei den Anlegern wenig Rendite an: Es seien in den vergangenen zehn Jahren oft nur Renditen von unter 1 Prozent geblieben, obwohl Fonds mehr als 4 Prozent erzielt hätten, heißt es in der jüngsten Ausgabe des "Konsument". Kritisiert wird auch mangelnde Kostentransparenz.

Umstiegsangebote brächten mitunter noch schlechtere Konditionen. Die Konsumentenschützer raten, dass sich Kunden ohne eine fachkundige Zweit- oder Drittmeinung nicht entscheiden sollten, etwa von unabhängigen Vermögensberatern oder Versicherungsmaklern, heißt es in der vom Verein für Konsumenteninformation (VKI) herausgegebenen Zeitschrift "Konsument".

Umstiegskondtionen intransparent

Für einen Umstieg in einen anderen Vertrag nach wenigstens zehn Jahren spreche, dass man zum Beispiel aus einem ausgestoppten Vertrag herauskommen könne, ohne die staatlichen Förderungen zurückzahlen zu müssen. Als Argument gegen eine Umstieg wird unter anderem angeführt, dass man sich durch einen Umstieg keine wesentlichen Verbesserungen bei Konditionen und Kosten erwarten dürfe und dass die Intransparenz bei den Umstiegskonditionen und der Kostenaufschlüsselung nach wie vor groß sei. Auch betrage die Bindungsfrist neuerlich mindestens zehn Jahre.

Eine Alternative wäre eine Kündigung, was aber mit steuerlichen Nachteilen verbunden sei. Ebenfalls steuerliche Nachteile bringe auch eine Beendigung des Vertrags und die Einbringung des Fondsvermögens in ein alternatives Versicherungsprodukt. Zum Thema Neueinstieg heißt es im "Konsument", dass die Kosten nach wie vor zu hoch seien und - selbst bei guter Performance - nennenswerte Renditen verhinderten.

Reform der Zukunftsvorsorge

Die Zukunftsvorsorge wurde im Vorjahr reformiert. Dabei wurde unter anderem der verpflichtende Aktienanteil für Ältere zurückgenommen. Neue Regeln gibt es auch für Kostentransparenz und Informationspflichten.

Die neuen gesetzlichen Vorschriften sollen vor allem die Kostentransparenz erhöhen. "Das ist nach ersten Erfahrungen nicht gelungen." Für den Anleger sollte klar ersichtlich gemacht werden, welcher Teil der Prämie tatsächlich investiert werde und was in die Kosten fließe.

Reparaturversuche haben nicht gefruchtet

Bei per Mail und in Beratungsgesprächen eingeholten Angeboten würden aber "nach wie vor keine oder nicht nachvollziehbare Angaben zu den Kosten gemacht". Was für die Versicherungshülle anfalle - Abschluss-, Inkasso- und Verwaltungskosten - sei zwar kein Geheimnis mehr. Bei den Veranlagungskosten wie beispielsweise Ausgabeaufschläge und Managementgebühren "gähnt aber wie gehabt ein schwarzes Loch", so die Konsumentenschützer. Dabei versickere offenbare gerade hier Geld, denn "wie sonst ist es zu erklären, "dass beispielsweise von einer in den Wertstandsbenachrichtigungen angegebenen Fondsperformance von 5,6 Prozent nur 0,9 Prozent Rendite beim Anleger angekommen sind, also grade mal das, was der Staat an Prämienförderung zuschießt."

"Die Reparaturversuche der prämiengeförderten Zukunftsvorsorge dürften (wieder einmal) nicht gefruchtet haben und noch länger nicht zu Ende sein", so die Konsumentenschützer.

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