Forderung von

VP-Seniorinnen drängen
auf Pflicht-Splitting

Korosec: Derzeit müssen "Frauen ihre Männer darum bitten"

Pensionistenpaar im Urlaub © Bild: Thinkstock/iStock

Der ÖVP-Seniorenbund will den österreichischen Paaren ein verpflichtendes Pensionssplitting verordnen. Ingrid Korosec, stellvertretende Obfrau des Bunds, bekräftigte dies am Mittwoch bei einer Pressekonferenz als zentrale Forderung zur Sicherung der Frauenpensionen. Pensionssplitting für Kindererziehungszeiten ist zwar freiwillig möglich, doch müssten "Frauen ihre Männer darum bitten", so Korosec.

Zudem fehle es an ausreichender Information über das 2005 eingeführte freiwillige Pensionssplitting, kritisierte sie. Der ORF solle deswegen "einmal monatlich" in seinen Info-Formaten über diese "speziellen Pensionsvarianten" berichten. An "junge Eltern" appellierte sie, das Splitting zu beantragen, dies ist bis zur Vollendung des 7. Lebensjahres des Kindes möglich, pro Kind für vier Jahre.

Paare sollen automatisch teilen

Künftig aber sollen die Paare automatisch teilen, also ohne sich aktiv dafür zu entscheiden, wünscht sich Korosec. Allerdings soll es für die Eltern eine Möglichkeit geben, sich abzumelden ("opt out"). Auch bei den derzeit laufenden Gesprächen über die Kindergeldreform will sie dieses Ansinnen einbringen, sagte sie. Weiters solle es künftig die Möglichkeit geben, Pensionssplitting auch nachträglich, für vor 2005 geborene Kinder, zu beantragen.

Zu berücksichtigen gelte es auch die Auswirkungen von Scheidungen auf die Frauenpension, erklärte sie weiters. So sollten im Scheidungsfall Pensionskonto-Gutschriften automatisch geteilt werden. Zudem müssten Frauen "verbindlich aufgeklärt werden", dass der Verzicht auf Ehegatten-Unterhalt während des Scheidungsverfahrens sich negativ auf die Pension auswirken könne.

"Doppelte" Anrechnung von Kindererziehungszeiten

Der Seniorenbund will außerdem eine "doppelte" Anrechnung von Kindererziehungszeiten für die Pension, wenn sich diese Zeiten überschneiden, außerdem solle das Median-Einkommen von Männern und Frauen für die Berechnung herangezogen werden.

Zu guter Letzt bekräftigte Korosec die Forderung ihres Bundes nach rascher Einführung von Teilpension und Aufschub-Bonus. Und auch über die Möglichkeit der kostenlosen Pensionsversicherung für pflegende Angehörige solle der ORF regelmäßig berichten.

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