Peinlicher Politiker-Fauxpas in Spanien:
Rajoy wollte nicht zu "Scheiß-Militärparade"

Oppositionchef tätigt Aussage am Nationalfeiertag Bei Bemerkung eingeschaltete Mikros nicht bedacht

Peinlicher Politiker-Fauxpas in Spanien:
Rajoy wollte nicht zu "Scheiß-Militärparade" © Bild: APA/EPA/Bruque

Eine abwertende Bemerkung über die traditionellen Feierlichkeiten zum Nationalfeiertag hat Spaniens Oppositionsführer Mariano Rajoy in Verlegenheit gebracht. "Ich muss zu dieser Scheiß-Militärparade in Madrid", hatte er auf einer Parteiveranstaltung zu einem seiner Mitstreiter gesagt und dabei übersehen, dass seine Worte von einem eingeschalteten Mikrofon übertragen wurden. Der 53-jährige Vorsitzende der konservativen Volkspartei (PP) hatte die Spanier immer wieder aufgerufen, Patriotismus zu zeigen.

Nach heftiger Kritik der regierenden Sozialisten an dem Fauxpas äußerte Rajoy in einer Erklärung, er empfinde "größte Zuneigung und Respekt" für die Streitkräfte und den Nationalfeiertag. Als König Juan Carlos die Parade in Madrid abnahm, saß Rajoy mit ernster Mine mit Ministerpräsident Jose Luis Rodriguez Zapatero, den Mitgliedern der Königsfamilie und den Oberbefehlshaber des Militärs auf der Ehrentribüne und wechselte mit kaum jemandem ein Wort.

Verteidigungsministerin Carme Chacon von den katalanischen Sozialisten (PSC) nahm ihn aber in Schutz. "Ich glaube nicht, dass er mit dem Satz ausgedrückt hat, was er wirklich fühlt."

Militärparade am Kolumbus-Platz
An der Parade nahe der "Plaza de Colon" (Kolumbus-Platz) im Zentrum Madrids beteiligten sich rund 4600 Soldaten aller Waffengattungen sowie rund 250 Fahrzeuge und mehrere Flugzeuge. Wegen schlechten Wetters musste eine Vorführung von Fallschirmspringern abgesagt werden.

In Barcelona protestierten mehrere Dutzend Linksnationalisten gegen die Feiern. Auf Transparenten forderten sie die Unabhängigkeit Kataloniens, wie der Rundfunk berichtete. Zu Ausschreitungen sei es nicht gekommen. Am 12. Oktober ("Dia de la Hispanidad") erinnert Spanien an die Entdeckung Amerikas durch Christoph Kolumbus im Jahre 1492.

(apa/red)