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"Paulmania" in Wien: McCartney bei Konzert gefeiert

Ex-Beatle lieferte 3-Stunden-Hit-Show - Bundespräsident Van der Bellen unter den Fans

"Paulmania" in Wien: Paul McCartney begeisterte seine Fans in Wien. Unter den Besuchern war auch Bundespräsident Alexander Van der Bellen. Dieser sah gemeinsam mit 11.000 anderen Fans einen Streifzug durch die Karriere McCartney - und damit die Popgeschichte, der jedoch nie verklärt oder nostalgisch wirkte. Über zwei Phänomene konnte man am Heimweg diskutieren: Wie vital McCartney mit 76 ist und wie zeitlos sämtliche Songs sind, als wären sie erst gestern komponiert worden.

"Danke, grüß euch Wien! Servus Österreich", sprach McCartney "in Austrian, not German". Der Brite führte mit seiner tighten Band durch ein üppiges Programm aus Beatles-Hits (ziemlich am Anfang der Show: das knackige "Can't Buy Me Love"), Wings-Klassikern (zu "Letting Go" tauchten Bläser mitten im Publikum auf) und Solo-Material. Der kraftvolle Sound und die Spielfreude der Musiker machten klar: Von reiner Nostalgie hält der ewig junge Sänger und Bassist nichts.

Paul McCartney
© APA/Pfarrhofer

Weit angereiste Fans und viel zu bejubeln

Die Fans, einige weit gereist (ein Paar aus Japan begrüßte Sir Paul persönlich), hielt es nicht auf den Sesseln. Viele stürmten an den Bühnenrand. Die ganz großen Pop-Meisterwerke wie "Let It Be", "Live And Let Die" oder "Hey Jude" waren da noch lange nicht dran. Es gab auch viel zu bejubeln: Die Bandbreite an Arrangements reichte von druckvoll rockig bis feinfühlig akustisch. "Let Me Roll It" ließen die Musiker in einen "Foxy Lady"-Jam übergehen. "Macca" würdigte anschließend Jimi Hendrix und erzählte eine Anekdote, wie sich der Gitarrengott von einem anderen, nämlich Eric Clapton, sein Instrument stimmen lassen wollte. Er könne ja die ganze Nacht solche Geschichten bringen, sagte McCartney. Man hört ihm ja auch gerne zu!

Tribute an Beatles-Kollegen

Zwischendurch wechselte McCartney vom Bass ans Klavier und lieferte bei "Maybe I'm Amazed" eine gesangliche Meisterleistung (es sollte nicht die einzige sein). "I've Just Seen A Face" machte den Anfang eines perfekt arrangierten Akustikteils, bei "Dance Tonight" packte McCartney die Mandoline aus. "Love Me Do" widmete er dem Beatles-Produzenten George Martin, mit "Here Today" wurde John Lennon gedacht. Das schönste Tribut, an George Harrison, sollte aber "Something" werden: Nach einem intimen Ukulele-Start ließ McCartney das Stück in ein volles Band-Arrangement übergehen.

"Menschen glücklich machen"

"Als ich über diese Tour nachdachte, habe ich mich gefragt, was wir eigentlich erreichen wollen", schrieb McCartney in einem im Programmheft abdruckten Brief an seine Fans. "Menschen glücklich machen, einen schönen Abend verbracht zu haben." Dieses Ziel hatte er bereits nach den ersten Songs erreicht.

Paul McCartney
© APA/Pfarrhofer

Heiratsantrag inklusive

Und am Ende gab es sogar noch einen Hochzeitsantrag. Kyle aus Kanada machte Martha aus Atlanta, USA auf der Bühne einen Antrag, den die Überraschte annahm. Eine Umarmung gabs dazu von Sir Paul, der sich an diesem Abend überaus gesprächig und redselig erwies. Nach ganzen drei Stunden und 38 (!) Songs verabschiedete sich McCartney dann mit einem Feuerwerk aus Konfetti (das echte gab es schon bei "Live and Let Die") und erfreute die Fans auf Deutsch mit einem "Bis zum nächsten Mal!" Ja, sehr gern, Paul!

Heute gibt McCartney eine Zugabe in Wien. Für das Konzert sind noch ein paar Restkarten übrig.

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