Pattsituation nach Wahl in Italien: Vatikan über politische Spaltung des Landes besorgt

Kurie spricht sich für gemäßigte "Große Koalition" aus

Pattsituation nach Wahl in Italien: Vatikan über politische Spaltung des Landes besorgt

Der Vatikan ist über die Patt-Situation bei den italienischen Parlamentswahlen besorgt. "Italien ist gespalten, die Katholiken haben nun die Verantwortung, eine Einigung zu finden", kommentierte Bischof Rino Fisichella am Dienstag das Wahlergebnis. "Die Kirche will sich nicht in politische Angelegenheiten einmischen. Sie kann jedoch der Politik zeigen, was das gemeinsame Wohl ist. Wir sind den Institutionen gegenüber loyal und das darf niemand bestreiten", betonte Fisichella.

Zwar versichert der Vatikan, die Kirche wolle sich nicht in die italienische Politik einmischen, de facto haben hochrangige Kirchenvertreter die Italiener in den letzten Wochen vor der Wahl immer wieder aufgerufen, für jene Parteien zu stimmen, die sich am stärksten für die Familie und für den Schutz des Lebens, also gegen die Abtreibung und Euthanasie, einsetzen. Der Präsident der italienischen Bischofskonferenz CEI, der einflussreiche Kardinal Camillo Ruini, rief kürzlich die katholische Wählerschaft auf, die politischen Programme bezüglich Sozialpolitik und Ehe zu berücksichtigen.

Öfters hat sich Ruini in den vergangenen Wochen für die Verteidigung der traditionellen Familie eingesetzt. Ehen zwischen Personen desselben Geschlechts seien Ausdruck einer "anarchischen Freiheit", sagte Ruini kürzlich. Die Einführung des so genannten Zivilen Solidaritätspakts (Pacs) für hetero- und homosexuelle Paare, wie von Oppositionskandidat Romano Prodi gefordert, hatte der Kardinal entschieden abgelehnt. (apa/red)