Passagierflugzeug in Nigeria abgestürzt:
100 Tote - Sieben Insassen überleben!

Absturz kurz nach Start - Maschine fing sofort Feuer Unter Opfern hochrangige Moslems und Politiker

Passagierflugzeug in Nigeria abgestürzt:
100 Tote - Sieben Insassen überleben!

Bei einem Flugzeugabsturz in Nigeria sind fast 100 Passagiere ums Leben gekommen. Unter den 99 Toten ist offiziellen Angaben zufolge auch das geistige Oberhaupt der nigerianischen Moslems, Sultan Ibrahim Muhammadu. Zudem wurden mehrere hochrangige Politiker bei dem Absturz getötet.

Die Maschine der nigerianischen Fluggesellschaft ADC sei in der Hauptstadt Abuja kurz nach dem Start verunglückt und in Flammen aufgegangen, sagte ein Mitarbeiter des Katastrophenschutzes. An Bord der Unglücksmaschine waren nach Angaben der Fluggesellschaft 106 Menschen. Von den sieben Überlebenden waren nach Krankenhausangaben sechs in stabiler Verfassung; eine Person wurde auf der Intensivstation behandelt. Der Absturz der ADC-Maschine ist bereits das vierte große Flugzeugunglück in dem westafrikanischen Land innerhalb eines Jahres.

Das Flugzeug sollte in den Bundesstaat Sokoto im Norden des Landes fliegen, als es nur zwei Kilometer nach dem Start abstürzte. An Bord waren auch zwei Senatoren, darunter der Sohn des Sultans sowie der Vize-Gouverneur des Bundesstaates Sokoto. Wegen des Todes des Sultans wurde eine sechstägige Trauer im Bundesstaat Sokoto angeordnet. Als moslemischer Sultan vertrat er schätzungsweise 70 Millionen Gläubige in Nigeria.

An der Unglücksstelle bot sich den Rettungskräften ein Bild des Grauens: Zwischen den noch rauchenden Wrackteilen lagen zahlreiche verkohlte Leichen. "Dieser Gestank ist etwas, was man am liebsten sofort wieder vergessen würde", sagte ein britischer Diplomat an der Unglücksstelle. Von dem Flugzeug waren nur noch das Heck, eine Turbine sowie das Teil eines Flügels zu erkennen. Im staatlichen Rundfunk hieß es, zum Zeitpunkt des Starts hätten in Abuja schlechte Wetterbedingungen geherrscht. Präsident Olusegun Obasanjo forderte eine umfangreiche Untersuchung.

In Nigeria reißt die Serie von Flugzeugunglücken nicht ab: Im Oktober 2005 wurden bei einem Absturz einer Boeing 737 in Lagos 119 Menschen getötet. Im Dezember 2005 starben 106 Menschen, als eine Maschine der nigerianischen Fluggesellschaft Sosoliso auf dem Weg von Abuja nach Port Harcourt bei der Landung verunglückte. Im September kamen zudem zwölf Militärangestellte - darunter mehrere hochrangige Generäle - bei einem Absturz im Bundesstaat Benue ums Leben.

(apa/red)