Partisanenverband verurteilt Massengrab:
Widerspricht Werten des Befreiungskampfes

Vorsitzender: "Wir verurteilen dieses Verbrechen" Auch mögliche Altösterreicher unter den Opfern

Partisanenverband verurteilt Massengrab:
Widerspricht Werten des Befreiungskampfes © Bild: APA/Hans Klaus Techt

Nach der erschütternden Entdeckung eines Massengrabs mit mehreren tausend Toten in einem zentralslowenischen Bergwerk hat sich der Partisanenverband klar von den "außergerichtlichen, ungesetzlichen und verbrecherischen" Massentötungen nach dem Zweiten Weltkrieg distanziert. "Wir verurteilen dieses Verbrechen", betonte der Vorsitzende des slowenischen Partisanenverbands, Janez Stanovnik.

"Die Tötungen standen in diametralem Widerspruch zu den Werten des Volksbefreiungskampfs", unterstrich Stanovnik mit Blick auf den Partisanenaufstand gegen die nationalsozialistischen und faschistischen Besatzer im Zweiten Weltkrieg. Die Tötungen seien nach dem Krieg erfolgt, als die slowenische Partisanenarmee bereits in der jugoslawischen Armee aufgegangen war.

Vertreter der slowenischen Rechtsparteien geben sich mit diesen Distanzierungen nicht zufrieden. Sie werfen der postkommunistischen Linken vor, die Massentötungen vertuscht zu haben.

Der Verband der Volksdeutschen Landsmannschaften forderte die Behörden auf, die Opfer zu identifizieren und die Daten auch österreichischen Stellen zur Verfügung zu stellen. Unter den Opfern seien nämlich auch deutschsprachige Altösterreicher aus der Untersteiermark, Gottschee und des Abstalls.

Bis zu 12.000 Menschen verscharrt
Der einzige bisher bekannte Tatbeteiligte im Bergwerk "Huda Jama" hatte den Ermittlern angegeben, die Gefangenen aus dem Lager Teharje zum Stollen gebracht zu haben. Es soll sich um Slowenen gehandelt haben. Gerüchten zufolge waren auch Kroaten darunter, die Ermittler schließen aber nicht aus, dass sich auch Altösterreicher und Wehrmachtsangehörige unter den Opfern befinden. In dem Massengrab sollen bis zu 12.000 Menschen verscharrt worden sein. Unmittelbar nach dem Krieg hatten die siegreichen Kommunisten bis zu 300.000 Kriegsgegner und angebliche Nazi-Kollaborateure im Schnellverfahren umgebracht.
(apa/red)