Parlamentswahlen in Griechenland: Die Konservative bleibt weiter stärkste Kraft

Regierungschef Karamanlis freut sich über 41,9% Sozialisten können aus Unmut kein Kapital schlagen

Parlamentswahlen in Griechenland: Die Konservative bleibt weiter stärkste Kraft

Bei der Parlamentswahl in Griechenland hat die regierende bürgerliche Partei Neue Demokratie (Nea Dimokratia, ND) nach dem veröffentlichten vorläufigen amtlichen Endergebnis mit 41,84 Prozent den Sieg errungen. Die Panhellenische Sozialistische Bewegung (Pasok) bekam 38,10 Prozent. Diese Zahlen gab Parlamentspräsidentin Anna Psarouda-Benaki bekannt.

Die Nea Dimokratia hat damit 152 Abgeordnete in dem 300 Sitze zählenden Parlament. Die Pasok kommt auf 102 Abgeordnete. Die Kommunisten (KKE) erhielten 8,15 Prozent. Das Bündnis der Radikalen Linke (SYRIZA) erreichte 5,04 Prozent und die ultranationalistisch-religiöse Völkische Orthodoxe Gesamtbewegung (LAOS) 3,79 Prozent.

Präsident Karolos Papoulias beauftragte Karamanlis offiziell mit der Regierungsbildung. Karamanlis kann auch künftig allein regieren, allerdings nur mit einer knappen Mehrheit von zwei Sitzen. Die Regierung Karamanlis wird es nach Einschätzung von Beobachtern schwer haben, die angekündigten unpopulären Reformen gegen die starken Gewerkschaften durchzusetzen.

Karamanlis hatte in seinem Wahlprogramm Wirtschaftsreformen, eine Neuordnung des maroden Rentensystems sowie eine Neugestaltung der Hochschulausbildung versprochen. Seine Vorschläge hatten bei den Gewerkschaften und linken Gruppierungen zu heftigen Protesten und Massendemonstrationen geführt. Karamanlis hatte daraufhin zu dem um sechs Monate vorgezogenen Urnengang selbst aufgerufen.

Zu den ersten Gratulanten Karamanlis' zählte EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso. Er habe den konservativen Politiker nach der Wahl angerufen, teilte die EU-Kommission in Brüssel mit. Er habe Karamanlis seine Glückwünsche übermittelt und zugleich bekräftigt, Griechenland könne sich nach den schweren Waldbränden in diesem Sommer der Solidarität der EU gewiss sein.

Vicky Leandros verpasst Einzug ins Parlament
Schlagersängerin Vicky Leandros hat den Einzug ins griechische Parlament verpasst. Sie hatte bei den Parlamentswahlen in der Hafenstadt Piräus für die Sozialisten kandidiert. "Ich bin allen Anzeichen nach nicht gewählt worden. Das hängt damit zusammen, dass der ehemalige (sozialistische) Ministerpräsident Kostas Simitis im gleichen Wahlbezirk kandidierte", sagte Vicky Leandros.

Vicky Leandros war bei den Kommunalwahlen im Oktober vergangenen Jahres in Piräus ein klarer Sieg gelungen. Von den 60 Kandidaten der Pasok für den Stadtrat der wichtigsten griechischen Hafenstadt hatte sie damals die meisten Stimmen bekommen. Seitdem ist sie Kulturbeauftragte der Stadt.

(apa/red)